Josef Hader
Josef Hader
HADER ON ICE
Immer is irgendwas. Entweder die Fiaß schlafen mir ein. Oder sie jucken. Dann krieg i wieder ka Luft, wenn i schneller geh. Oder i hab an Schweißausbruch. Dann friert mich wieder. Das Essen schmeckt mir nimmer, der Sex ist fad, die Hosen sind z’eng. Was is das bitte? – Des muss alles dieser Klimawandel sein, oder? Temperaturen hat’s im Sommer wie in den Tropen! Dadurch gibt’s auf einmal diese riesigen Insekten! Die hat’s doch früher net geb’n! Wenn die dich stechen, kriegst einen Dippel, der geht monatelang net weg! Wahrscheinlich san die alle gentechnisch verändert. Und die Pflanzen! Die werd’n jetzt auch schon deppert. Die spinnen, die Pflanzen! Die wachsen jetzt alles zua! Seit i nimmer aus’n Haus geh.
Meine Theorie is, die Pflanzen woll’n die Herrschaft über den Planeten zurück. Die sind alle miteinander unterirdisch verbunden über ihre Wurzeln. Weltweit! Die Pflanzen hab’n einen geheimen Plan. Sie wollen die totale Zerstörung der abendländischen Kultur und des österreichischen Volks-Rock’n’ Roll. Das soll alles ersetzt werden durch äh Photosynthese.
Regie: Petra Dobetsberger
Termine
10. und 11. November 2026
Beginn: jew. 19.30 Uhr
Preise
17 € bis 44 €
Dauer
ca. 120 Minuten, inkl. Pause
Pressestimmen
„Larmoyant. Zynisch. Borstig und bösartig.“
Werner Rosenberger, KURIER
„Ein Horrortrip in die tiefe Provinz des Geistes“
Cathrin Kahlweit, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
„Poetische Bilder, markerschütternde Wendungen, brutal komische Gags“
Sebastian Hofer, PROFIL
„Ein Meisterstück an melancholischem Zynismus“
Martin Pesl, FALTER
Die Freundschaft
Die Freundschaft
nach Connie Palmen
Deutsch von Hanni Ehlers
„Wir sahen einander an, als ging es um einen Wettkampf. Und das war es auch, ein Kampf“. So beschreibt Connie Palmen den ersten Moment, als ihre Romanheldin Kit auf ihre Lebensfreundin Ara trifft. „Ich war überzeugt, dass sie meine Freundin werden würde, dass wir zueinander gehörten, dass sie so war, wie ich.“ Doch es ist ein ganz langer Weg, bevor die beiden völlig unterschiedlichen jungen Frauen zueinander finden, bis Kit sich, wie Ara, traut, ihrem eigenen Kopf zu folgen und sich von den tradierten Vorstellungen von Elternhaus und Gesellschaft zu befreien. „Ich nahm mir vor, sie gar nicht erst in mein Herz zu schließen, auch wenn ich nicht wusste, wie ich das machen sollte.“
Aber genauso passiert es zwischen Ara und Kit, die sich ein Leben lang lieben, verletzen und in Frage stellen.
Dania Hohmanns Adaption von Palmens Text versucht diese Gegensätze und ihre Anziehungskraft und besonders die für Kit rätselhafte Verbindung von Körper und Geist auf der Bühne lebendig werden zu lassen.
An der Seite von Kit, gespielt von Josephin Busch, steht ein fünfköpfiges Tanz-Ensemble, das nicht nur Ara, sondern auch Kits Mutter und Kits Liebhaber verkörpern wird.
Die Choreografien von Eleonora Talamini und die Musik Manuel R. Webers schaffen für die Sprache Palmens Raum durch bildmächtige, assoziative Bilder. So entsteht ein ganz besonderer, intensiver Abend über das Erwachsenwerden und darüber, was Freundschaft bedeuten kann.
Josephin Busch wurde bekannt als das „Mädchen aus Ostberlin“ im Lindenberg-Musical „Hinterm Horizont“, 2012 war ihr Filmdebut in Christian Schwochows „Der Turm“, von 2015 bis 2024 war sie die Kommissarin Lucy Elbe in der Serie „Letzte Spur Berlin“.
„Empathisch, raffiniert und psychologisch klug.“ Die taz über Connie Palmen
Mit: Josephin Busch
Ensemble: René Becker, Bernadette Fröhlich, Juliane Mifka, Suzana Novosel, Rhys George
Regie: Dania Hohmann | Choreografie: Eleonora Talamini | Komposition: Manuel R. Weber |
Bühne: Georg&Paul | Kostüme: Susann Günther | Mitarbeit Regie: Michelle Fischer
Deutsch von Hanni Ehlers
Uraufführung
24. April 2026
Dauer
ca. 70 Minuten, keine Pause
„Dania Hohmann, die am St. Pauli Theater die Uraufführung der Bühnenfassung von Connie Palmens Roman inszeniert, arbeitet mit Brüchen, mit Momenten, bei denen die Erzählung und das Bühnengeschehen auseinanderfallen und die so die Widersprüche der Freundschaft zwischen den Hauptfiguren Kit und Ara (gespielt von Josephin Busch und Suzana Novosel) deutlich machen. Denn das, was beide verbindet, ist nicht die Solidarität zweier Außenseiterinnen, es ist etwas Tieferes, nicht Benennbares. Durch das Kit an die Grenzen ihrer Beschreibungsfähigkeit gerät: „Worte sind ein Schutz vor der Scham“, heißt es einmal, aber wo Worte nicht ausreichen, muss man sich der Scham stellen. Und das wird schmerzhaft.
Hohmanns Inszenierung findet für diesen Schmerz eine eindrückliche Lösung: Alle Figuren außer Kit werden nicht dargestellt, sondern getanzt, von einem vierköpfigen Ensemble, verstärkt von Suzana Novosel, die als Ara zwischen Tanz und Spiel wechselt.
In der letzten Szene singt Busch ein Lied, „Unter den Masken“ der Wiener Indieband Buntspecht: „Und über den Dächern, da hängt das blaue Tuch“, heißt es da, „Es färbt sich langsam schwarz, und du bist das, der ruft“, und das bringt diese zarte, widersprüchliche, schmerzhafte Liebesgeschichte auf den Punkt.“
Hamburger Abendblatt
Grundlos gute Laune
Grundlos gute Laune
Der Kabarett-Podcast LIVE
Tobias Mann und Philip Simon haben GRUNDLOS GUTE LAUNE! Die beiden Kabarettisten sind seit vielen Jahren befreundet und quatschen eh ständig über Gott und die Welt. Warum also nicht Gott und die Welt dabei zuhören lassen!?!
Die beiden satirischen Trüffelschweine gehen mit Ihrem Kabarett-Podcast auf Tour! Wie gewohnt wühlen sie sich kabarettistisch scharf und komödiantisch pointiert durch aktuelle und klassische Zitate aus Politik und Gesellschaft – dieses Mal sogar vor Publikum. Die Show wird selbstredend für die Nachwelt aufgezeichnet und in die digitale Welt gepuscht.
Termin
22. September 2026
Beginn: 19.30 Uhr
Preis
35 € auf allen Plätzen
Dauer
Info folgt!
Alfons
Alfons
Klasse!
Alfons kam, sah – und verknallte sich sofort: Vor über drei Jahrzehnten verliebten sich Alfons und Deutschland ineinander. Und nun? Was ist geworden aus der Liebes-Heirat? Brennt sie noch, die Leidenschaft? Oder sitzen Alfons und Deutschland nur noch zusammen vorm „Tatort“, in Unterwäsche auf dem Sofa, und keiner redet mehr mit dem anderen? Und überhaupt: Wie geht es Deutschland? Wie geht es den Deutschen und Deutschinnen? Was ist los mit dem Miteinander im Land der Dichter und Rentner? Zwischen ost und west, arm und reich, zwischen jung und nicht mehr ganz so jung? Ist unsere Demokratie kaputt? Und wenn ja, ist es ein Garantiefall oder müssen wir für die Reparatur am Ende selbst bezahlen? Alfons macht sich Sorgen um seine große Liebe: Deutschland. Und er begibt sich auf die Suche nach Antworten. Eine Erkenntnis kommt dabei schnell: Die Zeit der Pantoffeldemokratie ist vorbei! Jeder von uns muss etwas tun – nur was?
Auch in seinem mittlerweile achten Programm gelingt es dem Kultreporter und Puschel-Philosophen auf unnachahmliche Art, große Themen in kleine Anekdoten zu verpacken, warmherzig, witzig und wunderbar weitsichtig. „Klasse!“ ist ein Liebesbrief an Deutschland – und ein Weckruf gleichermaßen.
Falls Sie also schon immer mal wissen wollten, was Rechtsstaat und Raststättentoilette miteinander zu tun haben, wie man von Asterix für Tarifverhandlungen in Deutschland lernen kann oder was Alfons als überforderter Aushilfslehrer in einer deutschen Problemklasse erlebt, dann sind Sie hier richtig. Und wenn Sie einfach mal wieder einen Abend brauchen, der Ihnen das Vertrauen in die Menschheit wiedergibt, dann sind Sie hier sogar noch richtiger.
Termine
21. September 2026
Beginn: jew. 19.30 Uhr
Preise
17,90 € – 37,90 €
Dauer
ca. 160 Minuten, inkl. Pause
Bayerischer Kabarettpreises 2019 (Hauptpreis)
Deutscher Kleinkunstpreis 2020
Deutsch Französischer Freundschaftspreis der HomBuch 2021
Bundesverdienstkreuz 2021
Annett Louisan
Annett Louisan
Sehnsucht – Live 2026
Annett Louisan ist die Stimme des deutschsprachigen Chansons – sie hat dieses Genre maßgeblich geprägt und ihm eine ganz eigene unverwechselbare Note gegeben. Seit ihrem Debüt im Jahr 2004 hat die Ausnahmekünstlerin sich als eine der einflussreichsten und erfolgreichsten Größen in der deutschen Musikszene etabliert. Bis heute hat sie weit mehr als 1,5 Millionen Tonträger verkauft, zahlreiche Musikpreise gewonnen und unzählige Menschen mit ihren Auftritten verzaubert. Die Tournee, mit der sie ab Herbst 2026 durch Deutschland, Österreich und die Schweiz reisen wird, heißt „Sehnsucht“.
Nach ihrer sehr erfolgreichen „Bohème“-Tour, mit der Annett Louisan fast zwei Jahre live unterwegs war, wird die Künstlerin für ihre neue Tour mit einem gänzlich neuen Bühnenprogramm auftreten. Fans der charismatischen Künstlerin dürfen sich auf neue Songs, aber natürlich auch die altbekannten Hits, freuen. „Wonach wir uns wirklich sehnen – das wissen wir manchmal selbst nicht,“ sinniert die in Hamburg lebende Chanson- und Popsängerin.
„Sehnsucht ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine ganze Palette von Gefühlen, Wünschen und Träumen, die sich mit unseren Erinnerungen vermischen. Egal, wo ich bin – ob in Paris, New York oder Osnabrück – wenn das Licht im Saal ausgeht und die Scheinwerfer auf der Bühne erstrahlen, dann bin ich an meinem ganz persönlichen Sehnsuchtsort – und dorthin möchte ich die Menschen mitnehmen.“
Seit jeher meistert Louisan mühelos den Spagat zwischen Chanson und Pop. Sie versteht es meisterhaft, pointierte Sprache, emotionale Tiefe und musikalische Eleganz höchst wirkungsvoll miteinander zu verbinden. Vor allem live entfalten ihre verspielten und doch tiefgründigen Texte – getragen von leichten und fröhlichen bis hin zu melancholisch und leidenschaftlichen Melodien – einen unwiderstehlichen Charme.
Dass Annett Louisan das Unkonventionelle liebt – und die Eigenartigkeit als etwas Kostbares begreift –, hat sie mit ihrer Musik immer wieder unter Beweis gestellt. Ihre seit über zwei Jahrzehnte andauernde Karriere zeugt nicht nur von großem Erfolg, sondern auch von künstlerischer Haltung. In ihren poetisch wie lyrisch anspruchsvollen Songs vereint sie feinen Humor, eine subtile Sinnlichkeit und entwaffnende Ehrlichkeit. Gerade live entsteht so eine ganz besondere Nähe zum Publikum: Annett Louisans Stimme ist so wandelbar, wie unverkennbar – und zieht das Publikum mit einem Augenzwinkern und viel Gefühl in ihren Bann.
Termine
4. bis 7. November 2026
Beginn: 19.30 Uhr
Preise
49,90 € bis 89,90 €, zzgl. Gebühren
Dauer
Info folgt
DamenLikörChor
DamenLikörChor
Weiter geht´s
Im letzten Programm feierten die Damen feuchtfröhlich ihr 25-jähriges Jubiläum. In den nächsten 100 Jahren ist da kein Ende in Sicht!
Also – Weiter geht’s
Allein schon der Anfang. Die Damen stürmen auf die Bühne, ein unübersichtliches Chaos mit überbordendem Spaß und ansteckend guter Laune. Die Erfahrung lehrt: Sobald das erste Lied verklungen ist, beben Bühne und Saal um die Wette.
Und singen können sie sowieso! Mal überraschend zart wie die Engel, dann unerwartet dreckig und trotzdem lassen sie dabei herzöffnende Zauberakkorde klingen. Dazu halten vielfältige ausdrucksstarke Solostimmen Zwiesprache mit dem ganzen Chor.
Der Damenlikörchor nimmt sein Publikum mit durch einen Abend voller Sang und Klang, Heiterkeit und Drama. Die krisenerprobten Damen haben zu allen Themen nah an der Frau was zu sagen. Zu den weltbewegenden und den alltäglichen, zu den großen und zu den kleinen, die immer größer werden, wenn man nur genau hinschaut.
Es wird auch getanzt! Talent ist reichlich vorhanden, sämtliche Choreografien sind selbstverständlich perfekt synchron, nur eben manchmal, nach Art der Damen, nicht zum selben Zeitpunkt.
In stimmiger Farbvielfalt haben sich die Hamburgerinnen aller Altersklassen und Konfektionsgrößen dabei natürlich mächtig in Schale geschmissen. Kleider, Frisuren und Dekolletees der Sängerinnen machen den Ton zur Musik – überraschende Kostümwechsel nicht ausgeschlossen. Sie zeigen dem Publikum und dem Rest der Welt, wie es klingt, wenn mit Frauenpower, bezwingender Erotik und entschlossenen Schritten das Leben, die Liebe und das Glück gefeiert wird.
Das alles wird fein gestaltet, arrangiert und dirigiert vom Damendompteur Mathias Weibrich. Pianeur Jörg Hochapfel übernimmt die virtuose Begleitung. Zwei Kerle mit Rhythmus und Smoking – heißer geht es kaum. Und wenn Sie nach dem Konzert nach Hause gehen, sind Sie leicht am breiten Lächeln zu erkennen.
Stößchen!
Unser Theatersaal ist vollklimatisiert!
Kreativteam
Chorleitung: Mathias Weibrich
Am Klavier: Jörg Hochapfel
Termin
19. September 2026, 19.30 Uhr
20. September 2026, 18 Uhr
Dauer
ca. 2 1/2 Stunden, inkl. Pause
Das letzte Band 2026
Das letzte Band
von Samuel Beckett
Deutsch von Erika und Elmar Tophoven
Fast alle großen Schauspieler haben sich auf dem Zenit ihrer Karriere an diesen Text gewagt: unvergessen Fritz Kortner und Ulrich Wildgruber. Und in Hamburg zuletzt bei uns: Otto Sander vor fast 20 Jahren. Jetzt wagt sich Christian Redl an Becketts „Krapp“. Ein verlorener, erschöpfter und gescheiterter Schriftsteller begegnet seinem 39-jährigen Ich in alten, tagebuchartigen Aufnahmen und lauscht ungläubig seinem früheren Leben. Und hier begegnet er auch noch einmal seiner großen Liebe, dem Wendepunkt in seiner Vita. Becketts Klassiker ist voller autobiografischer Anspielungen, die der spätere Nobelpreisträger kunstvoll verrätselte.
Christian Redl hat diesen Abend gemeinsam mit Jim Rakete erarbeitet, einem der bedeutendsten zeitgenössischen Fotografen und Dokumentarfilmer, mit dem er eine neue Sicht auf Becketts großen Desillusionierten entwickeln möchte.
Mit Christian Redl
Regie und Ausstattung: Jim Rakete
Mit freundlicher Unterstützung von Annegret und Claus G. Budelmann
Premiere
12. Februar 2026
Dauer
ca. 50 Minuten, keine Pause
Pressestimmen:
„Als Promi-Fotograf eine Legende, als Regisseur ein blutiger Anfänger: Jim Rakete bringt am Hamburger St. Pauli Theater seine erste Inszenierung auf die Bühne – und lässt dabei nicht nur einen großen Schauspieler glänzen, sondern wagt sich auch an eine Bedeutungsverschiebung in Samuel Becketts Text.“
nachtkritik
„Das Beckett-Tonband ist bei Jim Rakete – klar, der ist ein Mann der Optik – eine Videoband, auf der das jüngere Krapp-Ich dann schwarz geöltes Haar trägt und von vergangener Liebe erzählt.“
Hamburger Abendblatt
„Zwischen Komik und Verzweiflung jongliert Christian Redl grandios in dieser Paraderolle des gescheiterten Schriftstellers.“
NDR-Hamburg-Journal
Geheimnisse
Geheimnisse
von Sébastien Blanc
Deutsch von Georg Holzer
Eigentlich wollte Fabien nur, wie jedes Jahr, das Finale der French Open mit seinen besten Freunden anschauen, den Zwillingen Éric und Jérôme. Doch Éric kommt absichtlich zu früh, um Fabien ein großes Geheimnis anzuvertrauen, das das Leben seines Zwillingsbruders, wie auch sein eigenes, grundlegend verändern wird. Kaum ist Éric weg, klingelt Jérôme an der Tür, völlig aufgelöst, und will ebenfalls sein Gewissen erleichtern. Auch er hat ein Geheimnis zu beichten, das seinen Bruder betrifft.
Von beiden qua Freundschaftsschwur zum Stillschweigen verpflichtet, versucht Fabien, die Geheimnisse für sich zu behalten und das sich anbahnende völlige Zerwürfnis der beiden Brüder zu verhindern.
In dieser neuen französischen Gesellschaftskomödie, voller Slapstick und sarkastischem Wortwitz, wird man den Fernsehstar Sebastian Bezzel, bekannt nicht zuletzt durch seine Polizistenfigur Eberhofer in der bayrischen Kultserie und als Titelheld „Hannes“ im neuen Sönke Wortmann-Film „Die Ältern“, in der Doppelrolle der beiden verfeindeten Brüder sehen.
Seit drei Jahren hat Bezzel seine Liebe zum Theater wiederentdeckt und stand zuletzt in „Das perfekte Geheimnis“ und „1h22 vor dem Ende“ auf der St. Pauli Theater-Bühne. An seiner Seite als völlig überforderter Freund Fabien – Götz Otto, bekannt als der James-Bond-Bösewicht aus „Der Morgen stirbt nie“. Götz Otto war zuletzt der exzentrische Hamburger Reeder Rasmussen in „Die Carmen von St. Pauli“ bei uns auf der Bühne.
Schauspieler und Kreativteam
Mit: Sebastian Bezzel, Götz Otto
Regie: Ulrich Waller | Bühne: Annelie Büchner | Kostüme: Ilse Welter
Termine
9. bis 25. Februar 2027
Beginn: 19.30 Uhr, sonntags 18.00 Uhr
Preise
Sonntag bis Donnerstag: 12 € bis 59 €
Freitag und Samstag: 17 € bis 65 €
Schüler/innen, Studierende und Auszubildende: 50 % des Kartennettopreises
Dauer
ca. 80 Minuten, keine Pause
„Nach 80 Minuten lauter Jubel im St. Pauli Theater. Super Timing und schneller Wortwitz. Man spürt den Spaß, den die beiden Schauspieler an der französischen Komödie haben.“ NDR-Hamburg-Journal
„Die Besetzung ist natürlich der Clou des Abends. Während Götz Otto als Fabien zunehmend verzweifelt den unfreiwilligen Geheimnisträger gibt, lässt Sebastian Bezzel in der Doppelrolle Éric/Jérôme Korken und Türen knallen: Egomane raus, Optimist rein. Und umgekehrt. Er macht das so glänzend, dass man beim Schlussapplaus kurz irritiert ist, daß sich nur zwei Schauspieler verbeugen. Viele Lacher und großer, gar nicht enden wollender Premierenjubel. Das muss übrigens keineswegs unter uns bleiben. Sagen Sie‘s ruhig weiter.“ Hamburger Abendblatt
Die Komödie „Geheimnisse“ von Sébastien Blanc enthüllt am St. Pauli Theater in der Regie von Ulrich Waller die unglückliche Dynamik einer Dreierkonstellation in einem Zweipersonenstück – glänzend gespielt von Sebastian Bezzel und Götz Otto.
Götz Otto spielt Fabien, den Beichtvater wider Willen, der immer nur versucht, niemanden zu verletzen, ganz wunderbar verwundbar. Sebastian Bezzel spielt beide Brüder – als zunächst vermeintlich ungleiches Paar, dessen miese Charakterzüge nach und nach enthüllt werden. Beide schrecken vor Mord nicht zurück, um nicht etwa die Gefühle der jeweils anderen durch die Wahrheit zu belasten. Bezzel steigert sich im Verlauf der knapp anderthalbstündigen Komödie in einen Rausch der falschen, feigen Taten, denn nichts fürchtet er jeweils mehr, als sich mit irgendjemandem auszusprechen, die eigenen Geheimnisse zu enthüllen.
Regisseur Ulrich Waller inszeniert mit gutem Timing, als häute er Schicht für Schicht eine Zwiebel, deren ausströmendes Gas den Zuschauern Lachtränen in die Augen treibt, die sie sich zugleich verwundert reiben müssten.
Die Welt
„Das beste Geheimnis ist das, das man nicht weitererzählt, doch dann gäbe es diese herrliche Komödie nicht. „Geheimnisse“ ist ein Stück voller Slapstick und Wortwitz.“ SAT1
Nachruf Antje Landshoff-Ellermann
Nachruf Antje Landshoff-Ellermann
"Die Frau mit dem großen Herzen"
„Man kann leben, ohne ein einziges Mal
gefragt zu haben, was Leben ist und was Tod.“
Gustave Flaubert
Am 16.9.2025. verstarb unerwartet in Berlin unsere Inspiratorin, Ratgeberin, Mäzenin, Kuratorin und Freundin, die Verlegerin und Galeristin Antje Landshoff-Ellermann.
So wie sie als femme des lettres wie ein Sturm durch die Literatur- und Theaterszene stürmte, ist sie auch verschwunden, ohne lange Ankündigung, einfach weg. Und so hatten wir uns auch kennengelernt, im Dezember 1998 im Logensaal der Kammerspiele bei der Premierenfeier zu „Gesäubert“ von Sarah Kane, als der Regisseur Peter Zadek mit einer Bierbank einfach umfiel. Als ich dann einen Stuhl hinter einem Vorhang hervorzauberte, kam eine zierliche Dame im besten Alter auf mich zu und meinte, in der ihr eigenen, bestimmenden Art: „Wir kennen uns nicht, aber das sollten wir ändern.“ Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, die schon sehr bald über den konkreten Anlass Peter Zadek hinausging.
Zadek, die sicher wichtigste Beziehung in ihrem Leben, beruflich wie auch lange Zeit privat, hatte Antje, die sich in der Zeit in der Münchner Boheme bewegte, Anfang der 70er Jahre dort kennengelernt. Eingestiegen in den Verlag ihres Vaters, hatte sie als eines ihrer ersten eigenen Projekte Flauberts „Tagebuch eines Verrückten“ übersetzt und rausgebracht, was im Nachhinein ein bisschen wie ein Lebensmotto klingen könnte.
In ihrer großen Wohnung in der Werneckestraße war sie Anlaufpunkt der jungen deutschen Autorenfilmerszene um Ula Stöckl, Alf Brustellin und Edgar Reitz, bei denen sie sich auch als Schauspielerin ausprobierte, etwa in „Neun Leben hat die Katze“ (1968) und „Geschichten vom Kübelkind“ (1969) und der Gruppe um Rainer Werner Fassbinder, die sich jeden Mittwoch bei ihr traf. Hanna Schygulla wohnte bei ihr. Ihre burschikose, offene Art muss Zadek tief beeindruckt haben, jedenfalls so, dass er in seinen Lebenserinnerungen Jahre später schreibt: „Sie sah toll aus, hatte eine overtop-Figur, die sie auch gerne zeigte. Sie war ein Typ Frau, vor dem ich eher Angst hatte.“ Sie, die damals bei der Männerzeitschrift „M“ arbeitete und Zadek wurden heimlich ein Paar.
Und Antje verführt den musikalisch eher in der Pop-, Rock- und Irish-Folk-Musik bewanderten Zadek dazu klassische Musik zu hören. Sie war das zweite Kind des Hamburger Verlegers Heinrich Ellermann und der Schweizer Malerin Irmgard Ellermann-Coninx, kam aus einem hochgebildeten und auch sehr vermögenden Elternhaus. Ihr älterer Bruder Jens wurde ein bedeutender Geigenpädagoge. Der Familiensitz war damals ein Almödhof in der Nähe von Wangen im Allgäu.
Bei unserem letzten Treffen vor gut einem Monat hat mir Antje nochmal ihren morgendlichen Schulweg von Missen nach Leupolz gezeigt, wo sich auf dem Friedhof auch das Familiengrab befindet. Sie musste durch einen dichten Wald, an einem funkelnden kleinen See vorbei. Im Winter bei Eis und Schnee immer in der Dunkelheit. „Hier habe ich meine Angst verloren.“ Diese Angstlosigkeit hat ihr zeitlebens eine ungeheure Freiheit verschafft.
Durch längere Internatsaufenthalte in Holzminden und am Chiemsee, wo sie Nike Wagner kennenlernte, die Tochter Wieland Wagners, die sie gleich in den Wagner-Clan einführte, worauf Antje nun jeden Sommer im Hause Wieland Wagners die Festspielzeit über kochte, wurden wohl die Wurzeln ihrer Heimatlosigkeit gelegt. Bis zu ihrem Tod konnte sie eigentlich nirgends länger bleiben, pendelte manchmal ruhelos zwischen ihren Wohnungen und Häusern in München, Berlin, Hamburg, London, Missen und Südfrankreich und war eigentlich immer auf dem Absprung. Als Kosmopolitin war sie überall und nirgends zu Hause.
Ich kenne wenige Menschen, die so mehrgleisig – das Wort Multi-Tasking war noch nicht erfunden und für Antje hätte man es damals schon einführen müssen – ihr Leben denken, planen und dann auch durchziehen können.
1972 ging sie mit Zadek nach Bochum als seine Dramaturgin, Presse- und PR-Frau und übernahm nur ein Jahr später den Rogner- und Bernhard-Verlag, den sie von München nach Hamburg holte und den sie – sicher nicht alleine – auch durch die Verbindung zu dem Vertrieb und die Läden von 2001 zu einem kommerziell sehr erfolgreichen Unternehmen machte.
Gleichzeitig war sie „Mein Wesen“, wie Zadek sie nannte. „Sie machte alles für mich“, beschreibt er diese Zeit in die „Heißen Jahre“ und bewunderte ihre „enorme Wirkung auf das Ensemble. Sie konnte auch gut mit den Leuten vom Kulturamt. Sie hatte immer den richtigen Ton, sie konnte, ohne Rückfrage bei mir, Entscheidungen treffen, war lustig, sexy, hat auch mich beschützt, sie konnte mit allen und alle, die Probleme hatten, wandten sich an sie.“ Zadek beschreibt damit Eigenschaften und Fähigkeiten, die sich Antje Ellermann zeitlebens bewahrt hat.
Liebe Antje, aus jedem Gespräch mit Dir, ging man beschenkt und Du hast immer gleich gut zugehört, egal ob Zadek, Cees Nooteboom oder Christoph Eschenbach Dir gegenübersaß oder einfach die Käserin auf Deinem Allgäuer Hof. Du hast immer alle gleich ernst genommen und konntest mühelos eine Situation des absoluten Vertrauens herstellen.
Und dabei hatte sie immer auch ein großes Verständnis für menschliche Schwächen. Dass die Fotografin, mit der sie schon Zadek teilen musste, auch noch ein Verhältnis mit dem Mann, den sie inzwischen geheiratet hatte, anfing, hat sie zwar gestört, aber nicht daran gehindert, ihr später zu helfen, als sie in existenzielle Nöte kam. Aus dieser Verbindung stammt auch ihre einzige Tochter Saskia, die ihr zwei heiß geliebte Enkel schenkte.
Als Antje 1974 Bochum verließ, um sich wieder mehr ihrem Verlag zu widmen, notiert Zadek, „hat alles nicht mehr so viel Spaß gemacht“. Aber auch hier war es enorm, was sie auf den Weg gebracht hat. Als erstes Stadttheater traute man sich in Bochum, das klassische Zuschauer-Abonnement aufzulösen. Und Antje Ellermann organisierte das. Sie stellte kleine Buden auf, in denen man Scheckhefte mit Bons für eine freie Wahlmiete erwerben konnte und bekam für die Steigerung der Abonnentenzahl auf schließlich fast 20.000 den Spitznamen „Wahlmietenfee“ und für die Erfindung eines Sitterdienstes für Kinder, Tiere und Taxis hieß sie hausintern nur die „schnelle Elli“.
Du warst mit Deiner nie nachlassenden Neugier immer offen für neue Ideen, ob als Brauereibesitzerin in Bayern oder als Inhaberin einer marokkanischen Kachelmanufaktur bis hin zu der Zadek-My-Way-Unternehmung, einer privaten Theaterakademie auf dem Land in Brandenburg. Nicht alles hat immer funktioniert, aber der Versuch hat Dich oft mehr interessiert als das Ergebnis.
Gemeinschaft stiften war sicher eine Deiner Hauptfähigkeiten, auch außerhalb des Theaters, der Literaturszene. Legendär sind Deine ausschweifenden Geburtstagsfeste, an immer anderen Orten, bei denen Du Menschen zusammengebracht hast, die sich nie begegnet wären. Und Du warst immer das Zentrum. Dein Freund Fritz J. Raddatz widmet in seinen Tagebüchern ganze Passagen nur Deinen Festen.
Jetzt, wo Du fehlst, kapiert man, dass Du ein Stützpfeiler warst in der Gesellschaft, und jetzt, wo er rausgerissen wird, ahnt man, welche Einsturzgefahren das mit sich bringt. Solche Menschen, die, wie Du, die Gemeinschaft wie Kitt zusammenhalten, gibt es immer weniger. Du warst ein analoger empathischer Solitär in einer Welt von Egoshootern. Du hattest „Netzwerken“ schon erfunden, lange bevor es das Wort gab. Du warst das „Netz“. Gelebte Freundschaften waren für Dich wie ein Lebensmittel. „Ich bin ein Glückskind“, hast Du einmal gesagt, „weil so viele wunderbare Menschen um mich herum sind“. In den letzten Tagen habe ich mit vielen, die Dich kannten, gesprochen und sie wirkten ein bisschen hilflos, wie Schafe plötzlich ohne ihre Hirtin.
Oft war es ein Hauskonzert oder ein Essen, das die Menschen zusammenbrachte. Und meist hast Du auch selbst gekocht, natürlich ohne Rezept, am liebsten Wild, besonders gerne Hirsch oder Reh. Wie bei unserem letzten Treffen vor knapp einem Monat in Missen, als wir in größerer Runde wie Gorkis Sommergäste an Deinem Tisch saßen, nicht ahnend, wie schnell der Winter kommen würde.
Was für ein Vergnügen war es, mit Dir zu reisen, gemeinsam Dinge zu sehen, Ausstellungen, Städte, Landschaften, Theateraufführungen. Du warst eine strenge und unbestechliche Beobachterin, die sich immer einen ganz eigenen Geschmack bewahrt hat. Egal, wie gut man mit Dir befreundet war, das änderte nichts an der Strenge des Urteils, das aber durchaus auch sehr positiv oder euphorisch sein konnte.
In der neuen Theaterwelt, in der Schauspieler immer weniger eine Rolle spielen, hast Du Dich nicht mehr so ausgekannt. Deine Welt waren Angela Winkler, Eva Mattes, Uli Wildgruber, Hermann Lause, also im Kern die Zadek-Familie, zu der Du Mitte der 80er Jahre nochmal zurückgekehrt bist, als Pressesprecherin ans Schauspielhaus, wo Du als femme des lettres Dir auch noch den Traum erfüllen konntest, Theater und Literatur zusammenzuführen, mit den legendären, bei Rowohlt erschienenen Programmbüchern. Und Du bist Zadek im wahrsten Sinne des Wortes bis zu seinem Ende treu geblieben, als Du im Sommer 2009 einen Krankenwagen organisiert und den Schwerkranken die 1400 km von Lucca bis nach Hamburg begleitet hast.
Diese Treue hast Du in vielen Freundschaften bewiesen. Wenn man einmal Dein Herz erobert hatte, hatte man da immer einen Platz. „Die Frau mit dem großen Herzen“, bist Du oft genannt worden, weil Du viele Menschen, die in Not geraten waren, egal ob Schriftsteller oder Schauspieler, Musiker oder Fotografen, unterstützt hast. Und in jeder Deiner Immobilien war immer Platz für Flüchtlinge und Menschen, die eigentlich kein Geld für die Miete hatten. Das war Dir ganz wichtig und darüber hast Du, ganz hanseatisch, nie viel geredet.
Ich bedauere sehr, dass Du, der wie ein wandelndes Lexikon der jüngeren Literatur- und Theatergeschichte war, also eine überaus profunde Zeitzeugin, diesen Schatz nie zu Papier gebracht hast. Aber das wolltest Du nicht, auch nicht, ihn in eine Kamera oder auf Band sprechen. Du fandest Dich selbst dazu nicht wichtig genug. Jetzt hast Du diesen Schatz einfach mitgenommen.
Wenn es jemand gab, der die Leichtigkeit des Seins leben konnte, warst Du das mit Deinem feinen Humor, Deinem ansteckenden Lachen. Ein Gesamtkunstwerk in der seltenen Kategorie „Lebenskunst“. Dass das jetzt ein für alle Mal verschwunden sein soll, mag ich immer noch nicht glauben, denn wir waren doch verabredet, letzten Dienstag, wie immer bei Otto im „Vienna“, einem Deiner Lieblingsrestaurants, die Du natürlich in Krisenzeiten auch unterstützt hast, nach dem Motto: Hilfe zur Selbsthilfe – einfach nur Geld geben war Deine Sache nicht.
Wir wollten doch wieder an Deinem Lieblingstisch im Fenster vor dem Tresen sitzen und reden über das Leben und unser Theater auf St. Pauli. Du wärst wieder vor mir da gewesen und hättest schon Deinen Lieblingsweißwein bestellt, den nicht zu trockenen und mich beim Reinkommen mit Deiner rauen Stimme gefragt: „Was willst Du essen?“. Aber Du warst nicht da. Zum ersten Mal.
Deine Kraft war aufgebraucht und ehrlicherweise muss man sagen, dass Du Deinem Körper nicht immer der beste Bodyguard warst. Aber mit Deiner ungeheuren Energie und Disziplin, Deinem Hunger nach Leben – der Dich in jungen Jahren, als Dir wegen Deiner schwachen Lunge nur eine kurze Lebenszeit prophezeit wurde, einen jungen Bayreuther Arzt hat heiraten lassen, quasi als Lebensversicherung – hast Du diesen kritischen Punkt immer wieder rausgeschoben, bist immer wieder aufgestanden, nach den vielen gesundheitlichen Niederschlägen in der letzten Zeit. Bei diesem letzten Tanz wurde Dir, die so gerne selbst geführt hat, dann die Führung aus der Hand genommen. Jetzt kehrst Du zurück nach Missen.
Dein Freund Niko Hansen, Dein langjähriger Partner im Rogner- und Bernhard-Verlag, hat über Dich zum 75. Geburtstag gesagt: „Antje hat eine einzigartige Gabe zur Freundschaft – nicht nur als Helferin oder Ratgeberin, sondern als eine, deren bloße Präsenz in der Welt einem die Einsamkeit, das Alleinsein vertreibt.“
Schöner kann man Dich nicht beschreiben. Du, der Du für viele schon im Diesseits ein Schutzengel warst, bleib es für uns und Deine Familie auch vom Jenseits. Und da ich mir den Himmel als große lange Tafel vorstelle, an der all die sitzen, die immer guten Wein getrunken haben: Danke Antje, danke für alles. Geh schon mal vor und mach die Flaschen auf. Wir kommen nach.
Tschüß
Ulrich Waller
Antje Landshoff-Ellermann 1940 – 2025
1h22 vor dem Ende
1h22 vor dem Ende
(1h22 avant la fin) von Matthieu Delaporte
In der Übersetzung von Georg Holzer
„1h22 vor dem Ende“ ist die schwarze Komödie von Matthieu Delaporte, der sich mit dem mehrfach verfilmten Stück „Der Vorname“ – eine Pariser Abendgesellschaft wird gesprengt durch die Namensgebung eines eingeladenen Paares, das seinen frisch geborenen Sohn unbedingt Adolf nennen will – einen Namen gemacht hat.
1h22 beschreibt die Zeit, die die Hauptfigur Bernard Garde noch hat. Er wohnt allein in Paris in seiner Wohnung und ist zu dem Schluss gekommen, dass er für das Leben nicht geeignet ist. Darin fühlt er sich den von ihm so geliebten Chansonsängerinnen wie Dalida oder Barbara fast seelenverwandt. Unsentimental erwägt er einen sauberen selbstbestimmten Abgang. Den Strom und die Hausratversicherung hat er bereits abgemeldet und klettert aufs Fensterbrett. Da klopft es an der Tür. Und die Geschichte nimmt eine ganz unerwartete Wendung.
Ein ungebetener Gast will Fakten sehen und Bernard ganz offensichtlich die Entscheidung über sein Lebensende aus der Hand nehmen. Das passt dem Selbstmord-Kandidaten gar nicht und ein absurd-witziger Dialog über den richtigen Ort, den geeigneten Moment, die passende Art und Weise und andere Details beginnt, bei dem sich bald herausstellt, dass der Gast ganz offensichtlich auch kein Profi ist.
Ironie der Geschichte: Ausgerechnet der Gast bringt Bernard wieder in die Spur. Sorgt dafür, dass er einen Stockwerk höher seine bis dahin nur von weitem Angehimmelte trifft und so kurz vor Lebensschluss plötzlich Leichtigkeit und Optimismus erlebt. All das, was er immer vermisst hat. Delaporte ist mit „1h22“ bei dem komplexen Thema ein satirisch leichter, wendungsreicher Mix aus schwarzem Humor und existenziellen Fragen gelungen, eine originelle und witzige Spekulation über die unmittelbare Zeit vor dem Ende und ein unbedingtes Plädoyer für das Leben, angesiedelt zwischen Ingmar Bergmans Drama „Das siebente Siegel“ und Woody Allens Farce „Death Knocks“.
Sebastian Bezzel und Stephan Grossmann sind sie ein unschlagbares Komiker-Paar, das die Situationskomik und den Sprachwitz von Delaportes Komödie zum Funkeln bringt. An ihrer Seite Nadja Petri, die Spelunken-Jenny aus der DREIGROSCHENOPER.
Mit
Sebastian Bezzel, Stephan Grossmann und Nadja Petri
Regie: Ulrich Waller | Bühne: Raimund Bauer | Kostüme: Ilse Welter
Von Matthieu Delaporte – in der Übersetzung von Georg Holzer
Termine
3. bis 9. Januar 2027
Beginn: jew. 19.30 Uhr, sonntag um 18 Uhr
Preise
Montag bis Donnerstag und Sonntag = 24 € bis 64 €
Freitag und Samstag = 29 € bis 69 €
Schüler/innen, Studierende und Auszubildende: 50 % des Kartennettopreises
Dauer
ca. 95 Minuten, keine Pause
Pressestimmen
„1h:22 erzählt vom Tod, aber mit Augenzwinkern“
NDR-Hamburg-Journal
„Ein Stück über den Tod mit absurd-aberwitzigen Dialogen und positiver Aussage mit einer Traumbesetzung“
SAT 1
„Dank Ulrich Wallers atmosphärisch dichter, dennoch spielerisch lebendiger Regie entwickeln sich absurd-komische Dialoge zwischen dem Selbstmordkandidaten und dem ungebetenen Gast. Den Sonderling gibt Sebastian Bezzel als einen Verlierer par excellence. Der bayerische Wahlhamburger spielt seinen Charakter mit der Zerrissenheit eines Gescheiterten. Stephan Grossmann als personifizierter Tod, mal aggressiv-rabiat, dann mitfühlend bis hilflos, ist äußerst spannend und amüsant anzuschauen. Und ein Ausdruck großer Schauspielkunst. Dazwischen Claire (kunstvoll-verführerisch Nadja Petri). Fazit: Für die Liebe ist es nie zu spät. Chapeau und großer Applaus für alle.“
Hamburger Abendblatt
„Die schwarze Komödie „1h22 vor dem Ende“ von Matthieu Delaporte („Der Vorname“) wird am St. Pauli Theater in der Regie von Ulrich Waller zu einem Fest der Schauspielkunst. In einem zügig wandelbaren Bühnenbild von Raimund Bauer, das die Wohnungen der Lebensmüden trotz karger Möblierung vollständig erscheinen lässt und durch den Blick aus dem Fenster Höhe suggeriert. Stephan Grossmann verleiht seiner Figur mit blitzschnellen Umschaltmomenten von nahezu kindlicher Fröhlichkeit in knallharte Entschlossenheit und einer schillernden Unberechenbarkeit wahrhaft bedrohliche Züge. Ihm bei der Arbeit zuzusehen, ist das reinste Vergnügen. Sebastian Bezzel wandelt seine Ausstrahlung im Verlauf des Abends meisterhaft zurückgenommen vom unentschlossen Entschlossenen zum entschlossen Unentschlossenen. Die verbalen und körperlichen Duelle der beiden – einmal greifen sie gar zu Federballschlägern – sind so absurd wie komisch.“
DIE WELT
„Das Stück hat das Zeug zum Bühnenhit“
Berliner Morgenpost
„Wartet nicht zu lange mit euren Plänen, Hoffnungen, Schwärmereien, gibt dieser heitere Abend dem Publikum mit auf den Nachhauseweg, denn wenn es zu spät ist, tut es euch leid.“
Berliner Zeitung
„Darf man über den Tod lachen? Man darf – aber nur im St. Pauli Theater! Dort hatte die neue Komödie „1h22 vor dem Ende“ von Matthieu Delaporte umjubelte Premiere. Tolles Stück, tolle Regie, tolle Schauspieler. Und sehr Französisch. Mit Sebastian Bezzel, Stephan Grossmann als „Der Mann“ und Nadja Petri als schöne Nachbarin Claire hat Regisseur und Hausherr Ulrich Waller großartige Schauspieler für seinen neuen Publikumsrenner im St. Pauli Theater gewonnen. Bezzel und Grossmann sind zwei mitunter so dicht und intensiv, dass sie an Estragon und Wladimir aus Becketts „Warten auf Godot“ erinnern. Zufall oder Absicht? In jedem Fall verleiht es dem Kammerspiel bei aller Komik auch Nachdenklichkeit und Tiefe.“
kulturport




















































