Annett Louisan
Annett Louisan
Sehnsucht – Live 2026
Annett Louisan ist die Stimme des deutschsprachigen Chansons – sie hat dieses Genre maßgeblich geprägt und ihm eine ganz eigene unverwechselbare Note gegeben. Seit ihrem Debüt im Jahr 2004 hat die Ausnahmekünstlerin sich als eine der einflussreichsten und erfolgreichsten Größen in der deutschen Musikszene etabliert. Bis heute hat sie weit mehr als 1,5 Millionen Tonträger verkauft, zahlreiche Musikpreise gewonnen und unzählige Menschen mit ihren Auftritten verzaubert. Die Tournee, mit der sie ab Herbst 2026 durch Deutschland, Österreich und die Schweiz reisen wird, heißt „Sehnsucht“.
Nach ihrer sehr erfolgreichen „Bohème“-Tour, mit der Annett Louisan fast zwei Jahre live unterwegs war, wird die Künstlerin für ihre neue Tour mit einem gänzlich neuen Bühnenprogramm auftreten. Fans der charismatischen Künstlerin dürfen sich auf neue Songs, aber natürlich auch die altbekannten Hits, freuen. „Wonach wir uns wirklich sehnen – das wissen wir manchmal selbst nicht,“ sinniert die in Hamburg lebende Chanson- und Popsängerin.
„Sehnsucht ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine ganze Palette von Gefühlen, Wünschen und Träumen, die sich mit unseren Erinnerungen vermischen. Egal, wo ich bin – ob in Paris, New York oder Osnabrück – wenn das Licht im Saal ausgeht und die Scheinwerfer auf der Bühne erstrahlen, dann bin ich an meinem ganz persönlichen Sehnsuchtsort – und dorthin möchte ich die Menschen mitnehmen.“
Seit jeher meistert Louisan mühelos den Spagat zwischen Chanson und Pop. Sie versteht es meisterhaft, pointierte Sprache, emotionale Tiefe und musikalische Eleganz höchst wirkungsvoll miteinander zu verbinden. Vor allem live entfalten ihre verspielten und doch tiefgründigen Texte – getragen von leichten und fröhlichen bis hin zu melancholisch und leidenschaftlichen Melodien – einen unwiderstehlichen Charme.
Dass Annett Louisan das Unkonventionelle liebt – und die Eigenartigkeit als etwas Kostbares begreift –, hat sie mit ihrer Musik immer wieder unter Beweis gestellt. Ihre seit über zwei Jahrzehnte andauernde Karriere zeugt nicht nur von großem Erfolg, sondern auch von künstlerischer Haltung. In ihren poetisch wie lyrisch anspruchsvollen Songs vereint sie feinen Humor, eine subtile Sinnlichkeit und entwaffnende Ehrlichkeit. Gerade live entsteht so eine ganz besondere Nähe zum Publikum: Annett Louisans Stimme ist so wandelbar, wie unverkennbar – und zieht das Publikum mit einem Augenzwinkern und viel Gefühl in ihren Bann.
Termine
4. bis 7. November 2026
Beginn: 19.30 Uhr
Preise
49,90 € bis 89,90 €, zzgl. Gebühren
Dauer
Info folgt
DamenLikörChor
DamenLikörChor
Weiter geht´s
Im letzten Programm feierten die Damen feuchtfröhlich ihr 25-jähriges Jubiläum. In den nächsten 100 Jahren ist da kein Ende in Sicht!
Also – Weiter geht’s
Allein schon der Anfang. Die Damen stürmen auf die Bühne, ein unübersichtliches Chaos mit überbordendem Spaß und ansteckend guter Laune. Die Erfahrung lehrt: Sobald das erste Lied verklungen ist, beben Bühne und Saal um die Wette.
Und singen können sie sowieso! Mal überraschend zart wie die Engel, dann unerwartet dreckig und trotzdem lassen sie dabei herzöffnende Zauberakkorde klingen. Dazu halten vielfältige ausdrucksstarke Solostimmen Zwiesprache mit dem ganzen Chor.
Der Damenlikörchor nimmt sein Publikum mit durch einen Abend voller Sang und Klang, Heiterkeit und Drama. Die krisenerprobten Damen haben zu allen Themen nah an der Frau was zu sagen. Zu den weltbewegenden und den alltäglichen, zu den großen und zu den kleinen, die immer größer werden, wenn man nur genau hinschaut.
Es wird auch getanzt! Talent ist reichlich vorhanden, sämtliche Choreografien sind selbstverständlich perfekt synchron, nur eben manchmal, nach Art der Damen, nicht zum selben Zeitpunkt.
In stimmiger Farbvielfalt haben sich die Hamburgerinnen aller Altersklassen und Konfektionsgrößen dabei natürlich mächtig in Schale geschmissen. Kleider, Frisuren und Dekolletees der Sängerinnen machen den Ton zur Musik – überraschende Kostümwechsel nicht ausgeschlossen. Sie zeigen dem Publikum und dem Rest der Welt, wie es klingt, wenn mit Frauenpower, bezwingender Erotik und entschlossenen Schritten das Leben, die Liebe und das Glück gefeiert wird.
Das alles wird fein gestaltet, arrangiert und dirigiert vom Damendompteur Mathias Weibrich. Pianeur Jörg Hochapfel übernimmt die virtuose Begleitung. Zwei Kerle mit Rhythmus und Smoking – heißer geht es kaum. Und wenn Sie nach dem Konzert nach Hause gehen, sind Sie leicht am breiten Lächeln zu erkennen.
Stößchen!
Unser Theatersaal ist vollklimatisiert!
Kreativteam
Chorleitung: Mathias Weibrich
Am Klavier: Jörg Hochapfel
Termin
20. September 2026
Beginn: 18 Uhr
Preise
21,10 € – 37,60 €
Schüler/innen, Studierende und Auszubildende: 50 % des Kartennettopreises an der Ticket-Hotline
Das letzte Band
Das letzte Band
von Samuel Beckett
Deutsch von Erika und Elmar Tophoven
Fast alle großen Schauspieler haben sich auf dem Zenit ihrer Karriere an diesen Text gewagt: unvergessen Fritz Kortner und Ulrich Wildgruber. Und in Hamburg zuletzt bei uns: Otto Sander vor fast 20 Jahren. Jetzt wagt sich Christian Redl an Becketts „Krapp“. Ein verlorener, erschöpfter und gescheiterter Schriftsteller begegnet seinem 39-jährigen Ich in alten, tagebuchartigen Aufnahmen und lauscht ungläubig seinem früheren Leben. Und hier begegnet er auch noch einmal seiner großen Liebe, dem Wendepunkt in seiner Vita. Becketts Klassiker ist voller autobiografischer Anspielungen, die der spätere Nobelpreisträger kunstvoll verrätselte.
Christian Redl hat diesen Abend gemeinsam mit Jim Rakete erarbeitet, einem der bedeutendsten zeitgenössischen Fotografen und Dokumentarfilmer, mit dem er eine neue Sicht auf Becketts großen Desillusionierten entwickeln möchte.
Mit Christian Redl
Regie und Ausstattung: Jim Rakete
Mit freundlicher Unterstützung von Annegret und Claus G. Budelmann
Termine
Premiere: 12. Februar 2026
Weitere Termine: 14. und 15. Februar 2026
Beginn: 19.30 Uhr, sonntags um 18 Uhr
Preis
29 € und 39 €
Schüler/innen, Studierende und Auszubildende: 50 % des Kartennettopreises
Dauer
ca. 50 Minuten, keine Pause
Geheimnisse
Geheimnisse
von Sébastien Blanc
Deutsch von Georg Holzer
Eigentlich wollte Fabien bloß einen gemütlichen Abend mit seinen besten Freunden verbringen, den Zwillingen Eric und Jérôme. Doch Eric kommt absichtlich zu früh, um Fabien ein großes Geheimnis anzuvertrauen, das das Leben seines Zwillingsbruders, wie auch sein eigenes, grundlegend verändern wird. In dem Moment, als Eric ins Bad verschwindet, klingelt Jérôme an der Tür, völlig aufgelöst, und will ebenfalls sein Gewissen erleichtern. Auch er hat ein Geheimnis zu beichten, das seinen Bruder betrifft.
Von beiden qua Freundschaftsschwur zum Stillschweigen verpflichtet, versucht Fabien, die Geheimnisse für sich zu behalten und das sich anbahnende völlige Zerwürfnis der beiden Brüder zu verhindern.
In dieser neuen französischen Gesellschaftskomödie, voller Slapstick und sarkastischem Wortwitz, wird man den Fernsehstar Sebastian Bezzel, bekannt nicht zuletzt durch seine Polizistenfigur Eberhofer in der bayrischen Kultserie, in der Doppelrolle der beiden verfeindeten Brüder sehen. Seit drei Jahren hat Bezzel seine Liebe zum Theater wiederentdeckt und stand zuletzt in „Das perfekte Geheimnis“ und „1h22 vor dem Ende“ auf der St. Pauli Theater-Bühne. An seiner Seite als völlig überforderter Freund Fabien – Götz Otto, bekannt als der James-Bond-Bösewicht aus „Der Morgen stirbt nie“. Götz Otto war zuletzt der exzentrische Hamburger Reeder Rasmussen in „Die Carmen von St. Pauli“.
Schauspieler und Kreativteam
Mit: Sebastian Bezzel, Götz Otto
Regie: Ulrich Waller | Bühne: Annelie Büchner | Kostüme: Ilse Welter
Termine
20. Februar bis 24. Februar sowie 21. und 22. und 24. bis 29. März 2026
Voraufführung am 20. Februar | Premiere: 21. Februar 2026
Beginn: 19.30 Uhr, sonntags 18.00 Uhr
Preise
Voraufführung am 20. Februar 39,90 € auf allen Plätzen
Sonntag bis Donnerstag: 12 € bis 59 €
Freitag und Samstag: 17 € bis 65 €
Schüler/innen, Studierende und Auszubildende: 50 % des Kartennettopreises
Dauer
Info folgt!
Hempel’s Beatles-Show
Hempel´s Beatles-Show
Stefanie Hempel & The Silver Spoons
Album-Release-Show!
Im letzten Jahr haben Stefanie Hempel und ihre Silver Spoons im St. Pauli Theater ein Live-Album aufgenommen. Mit viel Publikumsbeteiligung!
Das Album kommt im Februar 2026 raus. Feiert mit uns den Release und sichert euch die ersten Alben mit schönen Signaturen von Billy, Ben und Stefanie.
Music, Storytelling, Comedy und St. Pauli History. Ein Abend mit Hamburgs Beatles-Expertin Stefanie Hempel und ihrem Trio The Silver Spoons. Die Silver Spoons mit der Hamburger Gesangslegende Billy King (Westernhagen, Roland Kaiser) und dem Londoner Ausnahmegitarristen Ben Barritt haben schon mit König Charles und Camilla, mit Otto Waalkes und Udo Lindenberg gesungen. Jetzt bringen sie die Schönheit der dreistimmigen Harmonien der Beatles auch auf die Bühne des St. Pauli Theaters.
Erleben Sie eine hautnahe Begegnung mit der größten Band aller Zeiten, die schönsten Beatles-Songs und ihre Geschichten, Einblicke hinter die Kulissen, Anekdoten aus ihrer wilden Anfangszeit in Hamburg auf St. Pauli, wo die Beatles, laut John Lennon, „erwachsen“ wurden. Und singen Sie mit! Hempel’s Beatles-Show ist interaktiv und Mitmachen überaus erwünscht! In jeder Show gibt es einen Singalong mit dem Publikum und einen Special Guest, der spielt und singt und von seiner Liebe zu den Beatles erzählt. Beatles-Infotainment at its best.
Join the party. Mach Schau and sing along! Let’s celebrate the music and the spirit of the Beatles.
Termin
13. Februar 2026
Beginn: jew.19.30 Uhr
Preise
15 bis 39 €
Nachruf Antje Landshoff-Ellermann
Nachruf Antje Landshoff-Ellermann
"Die Frau mit dem großen Herzen"
„Man kann leben, ohne ein einziges Mal
gefragt zu haben, was Leben ist und was Tod.“
Gustave Flaubert
Am 16.9.2025. verstarb unerwartet in Berlin unsere Inspiratorin, Ratgeberin, Mäzenin, Kuratorin und Freundin, die Verlegerin und Galeristin Antje Landshoff-Ellermann.
So wie sie als femme des lettres wie ein Sturm durch die Literatur- und Theaterszene stürmte, ist sie auch verschwunden, ohne lange Ankündigung, einfach weg. Und so hatten wir uns auch kennengelernt, im Dezember 1998 im Logensaal der Kammerspiele bei der Premierenfeier zu „Gesäubert“ von Sarah Kane, als der Regisseur Peter Zadek mit einer Bierbank einfach umfiel. Als ich dann einen Stuhl hinter einem Vorhang hervorzauberte, kam eine zierliche Dame im besten Alter auf mich zu und meinte, in der ihr eigenen, bestimmenden Art: „Wir kennen uns nicht, aber das sollten wir ändern.“ Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, die schon sehr bald über den konkreten Anlass Peter Zadek hinausging.
Zadek, die sicher wichtigste Beziehung in ihrem Leben, beruflich wie auch lange Zeit privat, hatte Antje, die sich in der Zeit in der Münchner Boheme bewegte, Anfang der 70er Jahre dort kennengelernt. Eingestiegen in den Verlag ihres Vaters, hatte sie als eines ihrer ersten eigenen Projekte Flauberts „Tagebuch eines Verrückten“ übersetzt und rausgebracht, was im Nachhinein ein bisschen wie ein Lebensmotto klingen könnte.
In ihrer großen Wohnung in der Werneckestraße war sie Anlaufpunkt der jungen deutschen Autorenfilmerszene um Ula Stöckl, Alf Brustellin und Edgar Reitz, bei denen sie sich auch als Schauspielerin ausprobierte, etwa in „Neun Leben hat die Katze“ (1968) und „Geschichten vom Kübelkind“ (1969) und der Gruppe um Rainer Werner Fassbinder, die sich jeden Mittwoch bei ihr traf. Hanna Schygulla wohnte bei ihr. Ihre burschikose, offene Art muss Zadek tief beeindruckt haben, jedenfalls so, dass er in seinen Lebenserinnerungen Jahre später schreibt: „Sie sah toll aus, hatte eine overtop-Figur, die sie auch gerne zeigte. Sie war ein Typ Frau, vor dem ich eher Angst hatte.“ Sie, die damals bei der Männerzeitschrift „M“ arbeitete und Zadek wurden heimlich ein Paar.
Und Antje verführt den musikalisch eher in der Pop-, Rock- und Irish-Folk-Musik bewanderten Zadek dazu klassische Musik zu hören. Sie war das zweite Kind des Hamburger Verlegers Heinrich Ellermann und der Schweizer Malerin Irmgard Ellermann-Coninx, kam aus einem hochgebildeten und auch sehr vermögenden Elternhaus. Ihr älterer Bruder Jens wurde ein bedeutender Geigenpädagoge. Der Familiensitz war damals ein Almödhof in der Nähe von Wangen im Allgäu.
Bei unserem letzten Treffen vor gut einem Monat hat mir Antje nochmal ihren morgendlichen Schulweg von Missen nach Leupolz gezeigt, wo sich auf dem Friedhof auch das Familiengrab befindet. Sie musste durch einen dichten Wald, an einem funkelnden kleinen See vorbei. Im Winter bei Eis und Schnee immer in der Dunkelheit. „Hier habe ich meine Angst verloren.“ Diese Angstlosigkeit hat ihr zeitlebens eine ungeheure Freiheit verschafft.
Durch längere Internatsaufenthalte in Holzminden und am Chiemsee, wo sie Nike Wagner kennenlernte, die Tochter Wieland Wagners, die sie gleich in den Wagner-Clan einführte, worauf Antje nun jeden Sommer im Hause Wieland Wagners die Festspielzeit über kochte, wurden wohl die Wurzeln ihrer Heimatlosigkeit gelegt. Bis zu ihrem Tod konnte sie eigentlich nirgends länger bleiben, pendelte manchmal ruhelos zwischen ihren Wohnungen und Häusern in München, Berlin, Hamburg, London, Missen und Südfrankreich und war eigentlich immer auf dem Absprung. Als Kosmopolitin war sie überall und nirgends zu Hause.
Ich kenne wenige Menschen, die so mehrgleisig – das Wort Multi-Tasking war noch nicht erfunden und für Antje hätte man es damals schon einführen müssen – ihr Leben denken, planen und dann auch durchziehen können.
1972 ging sie mit Zadek nach Bochum als seine Dramaturgin, Presse- und PR-Frau und übernahm nur ein Jahr später den Rogner- und Bernhard-Verlag, den sie von München nach Hamburg holte und den sie – sicher nicht alleine – auch durch die Verbindung zu dem Vertrieb und die Läden von 2001 zu einem kommerziell sehr erfolgreichen Unternehmen machte.
Gleichzeitig war sie „Mein Wesen“, wie Zadek sie nannte. „Sie machte alles für mich“, beschreibt er diese Zeit in die „Heißen Jahre“ und bewunderte ihre „enorme Wirkung auf das Ensemble. Sie konnte auch gut mit den Leuten vom Kulturamt. Sie hatte immer den richtigen Ton, sie konnte, ohne Rückfrage bei mir, Entscheidungen treffen, war lustig, sexy, hat auch mich beschützt, sie konnte mit allen und alle, die Probleme hatten, wandten sich an sie.“ Zadek beschreibt damit Eigenschaften und Fähigkeiten, die sich Antje Ellermann zeitlebens bewahrt hat.
Liebe Antje, aus jedem Gespräch mit Dir, ging man beschenkt und Du hast immer gleich gut zugehört, egal ob Zadek, Cees Nooteboom oder Christoph Eschenbach Dir gegenübersaß oder einfach die Käserin auf Deinem Allgäuer Hof. Du hast immer alle gleich ernst genommen und konntest mühelos eine Situation des absoluten Vertrauens herstellen.
Und dabei hatte sie immer auch ein großes Verständnis für menschliche Schwächen. Dass die Fotografin, mit der sie schon Zadek teilen musste, auch noch ein Verhältnis mit dem Mann, den sie inzwischen geheiratet hatte, anfing, hat sie zwar gestört, aber nicht daran gehindert, ihr später zu helfen, als sie in existenzielle Nöte kam. Aus dieser Verbindung stammt auch ihre einzige Tochter Saskia, die ihr zwei heiß geliebte Enkel schenkte.
Als Antje 1974 Bochum verließ, um sich wieder mehr ihrem Verlag zu widmen, notiert Zadek, „hat alles nicht mehr so viel Spaß gemacht“. Aber auch hier war es enorm, was sie auf den Weg gebracht hat. Als erstes Stadttheater traute man sich in Bochum, das klassische Zuschauer-Abonnement aufzulösen. Und Antje Ellermann organisierte das. Sie stellte kleine Buden auf, in denen man Scheckhefte mit Bons für eine freie Wahlmiete erwerben konnte und bekam für die Steigerung der Abonnentenzahl auf schließlich fast 20.000 den Spitznamen „Wahlmietenfee“ und für die Erfindung eines Sitterdienstes für Kinder, Tiere und Taxis hieß sie hausintern nur die „schnelle Elli“.
Du warst mit Deiner nie nachlassenden Neugier immer offen für neue Ideen, ob als Brauereibesitzerin in Bayern oder als Inhaberin einer marokkanischen Kachelmanufaktur bis hin zu der Zadek-My-Way-Unternehmung, einer privaten Theaterakademie auf dem Land in Brandenburg. Nicht alles hat immer funktioniert, aber der Versuch hat Dich oft mehr interessiert als das Ergebnis.
Gemeinschaft stiften war sicher eine Deiner Hauptfähigkeiten, auch außerhalb des Theaters, der Literaturszene. Legendär sind Deine ausschweifenden Geburtstagsfeste, an immer anderen Orten, bei denen Du Menschen zusammengebracht hast, die sich nie begegnet wären. Und Du warst immer das Zentrum. Dein Freund Fritz J. Raddatz widmet in seinen Tagebüchern ganze Passagen nur Deinen Festen.
Jetzt, wo Du fehlst, kapiert man, dass Du ein Stützpfeiler warst in der Gesellschaft, und jetzt, wo er rausgerissen wird, ahnt man, welche Einsturzgefahren das mit sich bringt. Solche Menschen, die, wie Du, die Gemeinschaft wie Kitt zusammenhalten, gibt es immer weniger. Du warst ein analoger empathischer Solitär in einer Welt von Egoshootern. Du hattest „Netzwerken“ schon erfunden, lange bevor es das Wort gab. Du warst das „Netz“. Gelebte Freundschaften waren für Dich wie ein Lebensmittel. „Ich bin ein Glückskind“, hast Du einmal gesagt, „weil so viele wunderbare Menschen um mich herum sind“. In den letzten Tagen habe ich mit vielen, die Dich kannten, gesprochen und sie wirkten ein bisschen hilflos, wie Schafe plötzlich ohne ihre Hirtin.
Oft war es ein Hauskonzert oder ein Essen, das die Menschen zusammenbrachte. Und meist hast Du auch selbst gekocht, natürlich ohne Rezept, am liebsten Wild, besonders gerne Hirsch oder Reh. Wie bei unserem letzten Treffen vor knapp einem Monat in Missen, als wir in größerer Runde wie Gorkis Sommergäste an Deinem Tisch saßen, nicht ahnend, wie schnell der Winter kommen würde.
Was für ein Vergnügen war es, mit Dir zu reisen, gemeinsam Dinge zu sehen, Ausstellungen, Städte, Landschaften, Theateraufführungen. Du warst eine strenge und unbestechliche Beobachterin, die sich immer einen ganz eigenen Geschmack bewahrt hat. Egal, wie gut man mit Dir befreundet war, das änderte nichts an der Strenge des Urteils, das aber durchaus auch sehr positiv oder euphorisch sein konnte.
In der neuen Theaterwelt, in der Schauspieler immer weniger eine Rolle spielen, hast Du Dich nicht mehr so ausgekannt. Deine Welt waren Angela Winkler, Eva Mattes, Uli Wildgruber, Hermann Lause, also im Kern die Zadek-Familie, zu der Du Mitte der 80er Jahre nochmal zurückgekehrt bist, als Pressesprecherin ans Schauspielhaus, wo Du als femme des lettres Dir auch noch den Traum erfüllen konntest, Theater und Literatur zusammenzuführen, mit den legendären, bei Rowohlt erschienenen Programmbüchern. Und Du bist Zadek im wahrsten Sinne des Wortes bis zu seinem Ende treu geblieben, als Du im Sommer 2009 einen Krankenwagen organisiert und den Schwerkranken die 1400 km von Lucca bis nach Hamburg begleitet hast.
Diese Treue hast Du in vielen Freundschaften bewiesen. Wenn man einmal Dein Herz erobert hatte, hatte man da immer einen Platz. „Die Frau mit dem großen Herzen“, bist Du oft genannt worden, weil Du viele Menschen, die in Not geraten waren, egal ob Schriftsteller oder Schauspieler, Musiker oder Fotografen, unterstützt hast. Und in jeder Deiner Immobilien war immer Platz für Flüchtlinge und Menschen, die eigentlich kein Geld für die Miete hatten. Das war Dir ganz wichtig und darüber hast Du, ganz hanseatisch, nie viel geredet.
Ich bedauere sehr, dass Du, der wie ein wandelndes Lexikon der jüngeren Literatur- und Theatergeschichte war, also eine überaus profunde Zeitzeugin, diesen Schatz nie zu Papier gebracht hast. Aber das wolltest Du nicht, auch nicht, ihn in eine Kamera oder auf Band sprechen. Du fandest Dich selbst dazu nicht wichtig genug. Jetzt hast Du diesen Schatz einfach mitgenommen.
Wenn es jemand gab, der die Leichtigkeit des Seins leben konnte, warst Du das mit Deinem feinen Humor, Deinem ansteckenden Lachen. Ein Gesamtkunstwerk in der seltenen Kategorie „Lebenskunst“. Dass das jetzt ein für alle Mal verschwunden sein soll, mag ich immer noch nicht glauben, denn wir waren doch verabredet, letzten Dienstag, wie immer bei Otto im „Vienna“, einem Deiner Lieblingsrestaurants, die Du natürlich in Krisenzeiten auch unterstützt hast, nach dem Motto: Hilfe zur Selbsthilfe – einfach nur Geld geben war Deine Sache nicht.
Wir wollten doch wieder an Deinem Lieblingstisch im Fenster vor dem Tresen sitzen und reden über das Leben und unser Theater auf St. Pauli. Du wärst wieder vor mir da gewesen und hättest schon Deinen Lieblingsweißwein bestellt, den nicht zu trockenen und mich beim Reinkommen mit Deiner rauen Stimme gefragt: „Was willst Du essen?“. Aber Du warst nicht da. Zum ersten Mal.
Deine Kraft war aufgebraucht und ehrlicherweise muss man sagen, dass Du Deinem Körper nicht immer der beste Bodyguard warst. Aber mit Deiner ungeheuren Energie und Disziplin, Deinem Hunger nach Leben – der Dich in jungen Jahren, als Dir wegen Deiner schwachen Lunge nur eine kurze Lebenszeit prophezeit wurde, einen jungen Bayreuther Arzt hat heiraten lassen, quasi als Lebensversicherung – hast Du diesen kritischen Punkt immer wieder rausgeschoben, bist immer wieder aufgestanden, nach den vielen gesundheitlichen Niederschlägen in der letzten Zeit. Bei diesem letzten Tanz wurde Dir, die so gerne selbst geführt hat, dann die Führung aus der Hand genommen. Jetzt kehrst Du zurück nach Missen.
Dein Freund Niko Hansen, Dein langjähriger Partner im Rogner- und Bernhard-Verlag, hat über Dich zum 75. Geburtstag gesagt: „Antje hat eine einzigartige Gabe zur Freundschaft – nicht nur als Helferin oder Ratgeberin, sondern als eine, deren bloße Präsenz in der Welt einem die Einsamkeit, das Alleinsein vertreibt.“
Schöner kann man Dich nicht beschreiben. Du, der Du für viele schon im Diesseits ein Schutzengel warst, bleib es für uns und Deine Familie auch vom Jenseits. Und da ich mir den Himmel als große lange Tafel vorstelle, an der all die sitzen, die immer guten Wein getrunken haben: Danke Antje, danke für alles. Geh schon mal vor und mach die Flaschen auf. Wir kommen nach.
Tschüß
Ulrich Waller
Antje Landshoff-Ellermann 1940 – 2025
Chor to go
Chor to go
Musikalische Leitung: Jan-Christof Scheibe
Jan-Christof Scheibe – Sänger, Komponist, Comedian, Entertainer im Varieté im Hansa-Theater und als Mitbegründer und Leiter des HEAVEN CAN WAIT CHORES wohl der schillerndste Chorleiter Hamburgs – bittet regelmäßig zu einem inspirierenden und mitreißenden Vormittag.
Es geht um die reine Freude am Singen – und das gemeinsame Schmettern der größten Hits. Und am schönsten ist es, wenn man die Songs mehrstimmig singen kann. Deswegen steht gleichzeitig auch „musikalische Fortbildung“ auf dem Programm. Scheibe macht Stimmbildung mit seinem Publikum, und lässt am Ende – egal ob man Noten lesen kann oder nicht – mehrstimmige Chorgesänge erschallen. Unterstützt von seiner mitreißenden Band, kitzelt er ungeahnte Potentiale aus seinen Sängerinnen und Sängern heraus. Und jedes Mal mit brandneuen Songs.
Zusammen singt man sich durch die großen Hits der Popgeschichte: von Klassikern wie „Stand by me“ oder „Hey Jude“ bis zu aktuellsten Ohrwürmern. Er erzählt auf unterhaltsame Art Insiderwissen über die Entstehung der Lieder und die jeweiligen Künstlerviten. Erleben Sie Ihre Stimme in einem großen Zusammenhang und lassen Sie Ihre Lieblingssongs auf neue Art erschallen als wunderbare Gruppen-Karaoke bei „Chor to go“.
Weitere Informationen unter: chortogo.com
Termin
17. Mai 2026
Beginn: jew. 12 Uhr
Preise
24,90 € Einheitspreis
Schüler/innen, Studierende und Auszubildende: 50 % des Kartennettopreises
Dauer
ca. 140 Minuten, inkl. Pause
Weitere Informationen
Leider sind wir aus technischen Gründen gezwungen, die induktive Höranlage bei dieser Veranstaltung wegen Verwendung elektrisch verstärkter Instrumente auszuschalten.
The 27 Club
Collien Konzert & Theater GmbH präsentiert
The 27 Club
Legends Never Die
A Tribute to:
Jimi Hendrix
Amy Winehouse
Janis Joplin
Kurt Cobain
Jim Morrison
Brian Jones (Rolling Stones)
and more
Legenden wie Jimi Hendrix und Janis Joplin, Ex-Rolling-Stone Brian Jones und The Doors-Frontmann Jim Morrison, Kurt Cobain und Amy Winehouse. Sie alle hatten eines gemeinsam: Ein Leben am Limit, das viel zu früh tragisch endete – mit nur 27 Jahren, getreu der Lebensphilosophie „live fast, love hard, die young“, der sich die Ausnahmekünstler/innen mit Leib und Seele verschrieben hatten.
War es reiner Zufall, dass die Musikikonen ganzer Generationen im selben Alter starben? Oder einfach nur ihr exzessiver Lebensstil, der sie zu Mitgliedern des geheimnisvollen 27 Club werden ließ? The 27 Club begibt sich auf eine packende Spurensuche und bringt die grandiose Musik jener unsterblichen Legenden auf die Bühne – eine faszinierende Zeitreise zu den größten Momenten des Rock´n´Roll. Von Jimi Hendrix´ „Purple Haze“ über den Stones-Klassiker „(I Can´t Get No) Satisfaction“ und Janis Joplins „Piece of My Heart“ bis hin zu Nirvanas Grunge-Hymne „Smells Like Teen Spirit“:
Ein Ensemble aus hochkarätigen, sorgfältig ausgewählten Vollblutmusikern aus Großbritannien verneigt sich in einer einzigartigen Hommage vor ihren Idolen, die ganze Generationen prägten und Musikgeschichte schrieben.
Termine
Voraufführung: 18. Juni 2026
Premiere: 19. Juni 2026
Weitere Vorstellungen: 20. Juni bis 1. August 2026
Beginn
Di. bis Fr., jeweils 19.30 Uhr, Sa., 15.00 Uhr und 20.00 Uhr, So., 15.00 Uhr
Preise
18. und 19. Juni: 39,50 auf allen Plätzen
Tickets vom 20. Juni bis 1. August: 39,50 bis 79,50 €
Pressestimmen
„In der Rockshow The 27 Club lebt Musikgeschichte als starke Hommage wieder auf.“ Hamburger Abendblatt
„…was die Darsteller des „27 Clubs“ im St. Pauli Theater auf die Beine stellen, lässt mit ihren Songs die toten Rock-Ikonen einen
genussreichen Showkonzertabend lang auferstehen.“ Die Welt
Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys
Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys
Tohuwabohu!
Das neue Programm zum 30. Jubiläum
Was war das für ein Chaos, was für ein fantastisches Durcheinander, als die Rhythmus Boys vor dreißig Jahren zum ersten Mal die Konzertbühne betraten und einen Orkan der Begeisterung und totalen Verwirrung entfesselten!
Keiner der vier beherrschte sein Instrument, aber Witz, kultivierte Disziplinlosigkeit und hervorragendes Aussehen kompensierten alle musikalischen Defizite. Das hat sich in all den Jahren geändert. Inzwischen singen und spielen die Herren weit besser als sie aussehen; aus Disziplinlosigkeit ist Wahnwitz und heitere Unordnung geworden, und so gleicht ein Abend mit den Rhythmus Boys dem letzten, tumultuösen Konzert in einem maroden, zum Abbruch freigegebenen Varietétheater.
„Tohuwabohu!“ steht sinnbildlich für die lange, erfolgreiche Wegstrecke, die Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys zurückgelegt haben und die sie in der Geschichte der populären Musik einzigartig macht. Was wäre das Leben ohne die schwerelose Musik dieses Quartetts, das es seit bald einem Menschenalter versteht, Finsternis in Licht, Not in Zuversicht und Traurigkeit in beste Laune zu verwandeln?
Kommen Sie mit auf einen Spaziergang im Tanzschritt heiterer Rhythmen, erleben Sie ein Feuerwerk bezaubernder Melodien, das in farbenfrohen Explosionen die lähmenden Widersprüche unseres Lebens in Anmut und Wohlklang auflöst. Versäumen Sie nicht, was Ihr Dasein bleibend verändern könnte: distinguierte Tanzmusik, raffinierter Refraingesang, erstklassige Instrumente, vornehme Kleidung und gutes Auftreten. Deutschsprachiges und internationales Repertoire. Neben italienischen und französischen Schlagern der Weltklasse werden Ihnen spektakuläre neue Arrangements den Atem verschlagen, und Sie werden sich sagen: bisher habe ich nur existiert, jetzt aber lebe ich!
Wer dem Chaos der Welt entfliehen will, der begibt sich in das phantastische Tohuwabohu, das Europas schönste Tanzkapelle speziell für Sie angerichtet hat.
Und, es gibt Neuigkeiten:
Nach dem Wechsel an der Gitarre bereitet sich die frisch formierte Band auf das neue Programm „Tohuwabohu!“ vor. Ulrich Mayer wird nach 30 gemeinsamen Jahren Privatier, Hardy Kayser sein würdiger Nachfolger – auf zu neuen Taten!
Ulrich Tukur (Gesang, Klavier, Akkordeon), Hardy Kayser (Gitarre, Mandoline, Gesang), Günter Märtens (Kontrabass, Gesang, Tanz) und Kalle Mews (Schlagzeug, Gesang, Geräusche) erwarten ihr Publikum stets gut frisiert und vornehm gekleidet. Ihr Versprechen geht über die anmutige Aneinanderreihung wohlklingender Noten weit hinaus.
Originalton Tukur: „Die dekorative physikalische Erscheinung von uns vier Klang- und Schwingungserzeugern unterstreicht erhöhend ein akustisches Erlebnis, das einen Paradigmenwechsel in der Welt gehobener Unterhaltungsmusik darstellt, wie er seit der Verdrängung des Bombardons durch den Kontrabass nicht mehr zu erleben war.“
Termine
25. und 26. Februar 2026
Beginn: jew. 19:30 Uhr
Neue Termine
20. bis 22. Dezember 2026
Beginn: jew. 20 Uhr
Preise
29 € bis 69 €
Dauer
ca. 140 Minuten, inkl. Pause
Pressestimmen
Wer nach solchem Konzert keine gute Laune hat, hat wahrscheinlich gar keine Launen.
Süddeutsche Zeitung Online
„Tukur liebt das Absurde, das ist sein Metier, hier ist er zu Hause. Das gekünstelt dilettantisch spielende und famos singende Quartett macht musikalisch beste Laune. Tukur und die Boys präsentieren sich als Witzfiguren. Diese Mischung aus Quatsch, Unsinn und Klamauk passt wie die Faust aufs Auge zum aufgestauten Bespaßungsdefizit des Publikums.“
Rheinische Post
„Tukurs formidable Tanzkapelle kann einfach alles, swingen, jazzen und sogar rocken. In originellen Arrangements interpretieren sie Klassiker neu oder präsentieren freche Eigenkompositionen. Mit verschmitztem Lächeln erzählt Tukur angebliche Anekdoten aus seinem Leben. Daraus werden fantastische kleine Arabesken voller Poesie und Hintersinn, immer ganz nah am Baron Münchhausen. Am Ende gibt es Standing Ovations.“
Münchner Merkur
„Herrlich altmodisch und übermütig. Ulrich Tukur hat ein Herz für die Tanzmusik der 1920er bis 1940er Jahre. Dazu noch ein paar hübsch versponnene Ideen und die Rhythmus Boys, und schon wird der Abend zu einem grandiosen Genuss.“
Bonner Generalanzeiger
„Neben der lässigen Musik, die Tukur gekonnt mit Champagner-spritzigen Melodiebögen garniert, sind es seine humorvollen Anmoderationen zwischen ausschweifendem Nonsens und durchaus interessanten Informationen. Ein musikalisches Menü, das mit mitreißender Frische überraschte.“
WAZ
„Die Verwirrung ist hier Programm, denn Tukur zelebriert mit seinen drei kongenialen musikalischen Begleitern, den Rhythmus Boys, Etüden des intelligenten Unsinns. So spielen sich die Vier mit Swing, Foxtrott und Rock`n´Roll-Klängen durch die Geschichte der Tanzmusik. High und Low begegnen sich kalkuliert und kunstvoll, Gedichte und Flachwitze wechseln sich einander rasant ab. Tukur ist amüsiert, seine Conference oszilliert zwischen exaltiert und exzentrisch.“
Hannoversche Allgemeine Zeitung



















