Die Freundschaft
Die Freundschaft
nach Connie Palmen
Deutsch von Hanni Ehlers
„Wir sahen einander an, als ging es um einen Wettkampf. Und das war es auch, ein Kampf“. So beschreibt Connie Palmen den ersten Moment, als ihre Romanheldin Kit auf ihre Lebensfreundin Ara trifft. „Ich war überzeugt, dass sie meine Freundin werden würde, dass wir zueinander gehörten, dass sie so war, wie ich.“ Doch es ist ein ganz langer Weg, bevor die beiden völlig unterschiedlichen jungen Frauen zueinander finden, bis Kit sich, wie Ara, traut, ihrem eigenen Kopf zu folgen und sich von den tradierten Vorstellungen von Elternhaus und Gesellschaft zu befreien. „Ich nahm mir vor, sie gar nicht erst in mein Herz zu schließen, auch wenn ich nicht wusste, wie ich das machen sollte.“
Aber genauso passiert es zwischen Ara und Kit, die sich ein Leben lang lieben, verletzen und in Frage stellen.
Dania Hohmanns Adaption von Palmens Text versucht diese Gegensätze und ihre Anziehungskraft und besonders die für Kit rätselhafte Verbindung von Körper und Geist auf der Bühne lebendig werden zu lassen.
An der Seite von Kit, gespielt von Josephin Busch, steht ein fünfköpfiges Tanz-Ensemble, das nicht nur Ara, sondern auch Kits Mutter und Kits Liebhaber verkörpern wird.
Die Choreografien von Eleonora Talamini und die Musik Manuel R. Webers schaffen für die Sprache Palmens Raum durch bildmächtige, assoziative Bilder. So entsteht ein ganz besonderer, intensiver Abend über das Erwachsenwerden und darüber, was Freundschaft bedeuten kann.
Josephin Busch wurde bekannt als das „Mädchen aus Ostberlin“ im Lindenberg-Musical „Hinterm Horizont“, 2012 war ihr Filmdebut in Christian Schwochows „Der Turm“, von 2015 bis 2024 war sie die Kommissarin Lucy Elbe in der Serie „Letzte Spur Berlin“.
„Empathisch, raffiniert und psychologisch klug.“ Die taz über Connie Palmen
Mit: Josephin Busch
Ensemble: René Becker, Bernadette Fröhlich, Juliane Mifka, Suzana Novosel, Rhys George
Regie: Dania Hohmann | Choreografie: Eleonora Talamini | Komposition: Manuel R. Weber |
Bühne: Georg&Paul | Kostüme: Susann Günther | Mitarbeit Regie: Michelle Fischer
Deutsch von Hanni Ehlers
Uraufführung
24. April 2026
Dauer
ca. 70 Minuten, keine Pause
„Dania Hohmann, die am St. Pauli Theater die Uraufführung der Bühnenfassung von Connie Palmens Roman inszeniert, arbeitet mit Brüchen, mit Momenten, bei denen die Erzählung und das Bühnengeschehen auseinanderfallen und die so die Widersprüche der Freundschaft zwischen den Hauptfiguren Kit und Ara (gespielt von Josephin Busch und Suzana Novosel) deutlich machen. Denn das, was beide verbindet, ist nicht die Solidarität zweier Außenseiterinnen, es ist etwas Tieferes, nicht Benennbares. Durch das Kit an die Grenzen ihrer Beschreibungsfähigkeit gerät: „Worte sind ein Schutz vor der Scham“, heißt es einmal, aber wo Worte nicht ausreichen, muss man sich der Scham stellen. Und das wird schmerzhaft.
Hohmanns Inszenierung findet für diesen Schmerz eine eindrückliche Lösung: Alle Figuren außer Kit werden nicht dargestellt, sondern getanzt, von einem vierköpfigen Ensemble, verstärkt von Suzana Novosel, die als Ara zwischen Tanz und Spiel wechselt.
In der letzten Szene singt Busch ein Lied, „Unter den Masken“ der Wiener Indieband Buntspecht: „Und über den Dächern, da hängt das blaue Tuch“, heißt es da, „Es färbt sich langsam schwarz, und du bist das, der ruft“, und das bringt diese zarte, widersprüchliche, schmerzhafte Liebesgeschichte auf den Punkt.“
Hamburger Abendblatt
Der Bau
Der Bau
nach Franz Kafka
präsentiert vom Hamburger Theater Festival
Das intensive Kammerspiel nach einer Erzählung von Franz Kafka nimmt sein Publikum mit in die Tiefe des Raumes – und des Geistes. In dieser unterirdischen Welt sind Glück und Paranoia eng verschwistert. Hier existiert eine Art Menschentier, eben ein kafkaeskes, denkendes Tier. Das Wesen lebt in einem gedanklichen Kreuzzug, im immerwährenden Ausnahmezustand, gerichtet gegen die Außenwelt, gegen mögliche Eindringlinge. »Der Bau« ist eine Parabel über eine Gesellschaft, die permanent Risiken schafft, indem sie ebendiese zu verhindern sucht. Wie in allen Erzählungen Kafkas treiben die Konsequenzen ihres Handelns und Denkens die Wesen, Tiere, Menschen, Männer unerbittlich vor sich her, meist verlassen von jeglichem Realitätssinn. Ein Erlebnis, wie Max Simonischek dies darstellt.
Mit: Max Simonischek
Regie: Max Simonischek, Bühne: Besim Morina, Harald B. Thor, Kostüm: Modedesign Basman, Beratung Sounds: Daniel Freitag, Licht: Marcus Loran, Dramaturgie: Peter Kastenmüller
Eine Produktion des Burgtheaters Wien
Termine
12. und 13. Juni 2026
Preise
18 € bis 56 €
(nur an der Theaterkasse: 10 € für Schüler, Studenten, Azubis – keine Gruppen)
Dauer
ca. 70 Minuten, keine Pause
Weitere Infos zur Veranstaltung
Vorverkauf: Im St. Pauli Theater (Tel.: 040/47 11 06 66 – st-pauli-theater.de), bei allen bekannten Vorverkaufsstellen oder online über www.hamburgertheaterfestival.de.
Bildmaterial liegt zum Download bereit unter https://www.hamburgertheaterfestival.de/presse.
Pressestimmen
»Die Doppelrolle als Regisseur und Darsteller erlaubt es Simonischek, eine besonders intime Interpretation der Erzählung auf die Bühne zu bringen. Seine intensive Performance lässt das Publikum die zunehmende Paranoia und den Kontrollverlust des Protagonisten miterleben.«
KUNSTREFLEKTOR.AT
»Ohne viel Aufwand passt die Geschichte zu unserer Gegenwart wie die Faust aufs Auge.«
FALTER.AT
Blind
Blind
von Lot Vekemans
aus dem Niederländischen von
Eva M. Pieper und Alexandra Schmiedebach
Die niederländische Erfolgs-Dramatikerin Lot Vekemans trifft mit ihrem neuen Stück den Nerv der Zeit. Mit großer Sensibilität erzählt sie von Vater und Tochter, gespielt von Gustav Peter Wöhler und Nadja Petri, die unvereinbar scheinende Haltungen zu gesellschaftlichen und politischen Themen haben, und fragt, wie diese Konflikte überwunden werden können.
Nach dem Tod seiner Frau lebt Richard abgeschottet in einer streng bewachten Gated Community. Seine langjährige Haushälterin hat er ohne ersichtlichen Grund entlassen. Nun nimmt er seine einzige Tochter Helen in die Pflicht, ihn zu versorgen, da er zunehmend pflegebedürftig sein wird. Zwischen Vater und Tochter herrschte lange Funkstille, trennte die beiden doch mehr, als sie verband.
Richard – als ehemaliger erfolgreicher Ingenieur für Wasserwirtschaft immer noch mit einem großen Ego ausgestattet – respektiert weder Helens idealistische Berufsauffassung als Anwältin von sozial Benachteiligten noch die Wahl ihres Ehemanns, eines Schwarzen Intellektuellen. Helen wiederum wirft ihm vor, sich den Herausforderungen einer sich verändernden Gesellschaft zu entziehen, in der bewusster über Fragen von Geschlechtergerechtigkeit und Rassismus nachgedacht wird und in der nur der sorgsamere Umgang mit den knappen Ressourcen der Natur die Existenz nachfolgender Generationen garantiert.
Bei einer der Stippvisiten der Tochter schließen sich die elektrischen Rollläden automatisch – so wie es bei einem Überfall vorgesehen ist. Vater und Tochter sind gezwungen, miteinander 24 Stunden zu verbringen.
Das ist die Situation eines ähnlich spannenden Diskurses mit so glasklaren, brillanten Dialogen, wie bei Vekemans letztem Stück „Gift“, das hier beim Hamburger Theaterfestivals 2014 zu sehen war. Und wieder gelingt Vekemans ein grandioses Familiendrama zur Frage «Wie sollen wir miteinander leben?», Sie zeigt auf eine sehr menschliche Weise unvereinbar scheinenden Positionen, wie sie heute in vielen Familien und Freundeskreisen für Dissens und Konflikte sorgen.
In der Rolle des „Richard“ kehrt Gustav Peter Wöhler nach dem furiosen „Jonathan Peachum“ in der umjubelten „Dreigroschenoper“ von Leonhard Koppelmann und Peter Jordan zurück auf die St. Pauli Bühne. Seine Partnerin wird Nadja Petri sein, in der „Dreigroschenoper“ die Spelunken-Jenny und zuletzt zu sehen als Reedersgattin in der „Carmen von St. Pauli“ und als charmante Selbstmörderin „Claire“ in „1h22 vor dem Ende″.
Mit Nadja Petri und Gustav Peter Wöhler
Regie Ulrich Waller | Bühne: Raimund Bauer | Kostüme: Ilse Welter
Termine
Voraufführungen: 7. und 8. April 2026
Premiere: 9. April 2026
Weitere Termine: 10. bis 16. April, 28. -30. April und 2. bis 7. Juni 2026
Beginn: 19.30 Uhr, sonntags um 18 Uhr
Preise
7. und 8. April: 39,90 € auf allen Plätzen
Sonntag bis Donnerstag: 19 € bis 54 €
Freitag und Samstag: 22 € bis 59 €
Schüler/innen, Studierende und Auszubildende: 50 % des Kartennettopreises
Dauer
ca. 1 Stunde und 20 Minuten, keine Pause
„Das Familiendrama „Blind“ spricht viele Themen an. Gustav Peter Wöhler und Nadja Petri liefern sich in diesem Kammerspiel ein intensives Duell der Generationen. Ein Duell, das nachwirkt.“
NDR-Hamburg-Journal
„Die niederländische Autorin Lot Vekemans trifft mit ihrem Stück und den Themen Geschlechtergerechtigkeit und Rassismus den Nerv der Zeit und zeigt wie eine Gesellschaft darüber immer mehr auseinanderbricht. Das Nichtzueinanderfinden tut beim Zuschauen, trotz vieler berührender Momente, bisweilen richtig weh.“
SAT1
„Das Stück „Blind“ ist in Ulrich Wallers Regie mehr als ein Familiendrama. Gustav Peter Wöhler und Nadja Petri machen das Kammerspiel zu einem Generationendrama bis hin zum Streit um ein selbstbestimmtes Leben.
Gustav Peter Wöhler gibt seinen Richard als Rassisten und verbitterten Zyniker, der zu Gefühlen nur ansatzweise fähig ist. Nadja Petri verkörpert glaubhaft den inneren Zwiespalt zwischen familiärer Pflicht und dem Wunsch nach privater und beruflicher Selbstständigkeit. Nach der Premiere gab es für die Mitwirkenden und das Regieteam minutenlangen Beifall.“
Hamburger Abendblatt
„Dieses Theaterstück, das auch in Hamburg 2026 spielen könnte, fängt eine Stimmung der Gegenwart ein. Die viel diskutierte Spaltung der Gesellschaft beginnt im eigenen Zuhause. Regisseur Ulrich Waller inszeniert mit Starbesetzung dieses Kammerspiel leise, ohne falsche Effekte, setzt ganz auf die genaue psychologische Linienführung der beiden Hauptfiguren, die sich, besetzt mit Gustav Peter Wöhler und Nadja Petri nichts schenken“.
NDR-Kulturjournal 90,3
„Ein hochaktueller und von Gustav Peter Wöhler und Nadja Petri stark gespielter Vater-Tochter-Konflikt, nachdenklich stimmende Unterhaltung.“
Hamburger Morgenpost
„Nadja Petri und Gustav Peter Wöhler fechten als Tochter und unbelehrbarer, beratungsresistenter Vater vor einem (wie so oft in diesem Theater) extrem starken Bühnenbild von Raimund Bauer einen furiosen Kampf zwischen politischem Ideal und pragmatischer Wirklichkeit aus – wie immer bei Vekemans‘ Zwei-Personen-Stücken in geschliffenen, sicher pointierenden Dialogen, einen Kampf um das aus, was noch „Zukunft“ sein könnte … beide streiten dabei klar, geradeaus, zupackend und ziemlich schonungslos. Beeindruckt kann das Publikum dem Streit der Ideen folgen: in Wöhlers Sturheit und Petris Furor… und recht schnell ist es auch nicht mehr ganz so wichtig, dass wir uns mit Tochter und Vater in der speziellen politisch-gesellschaftlichen Situation des einstigen Apartheid-Staates Südafrika befinden.
Keine Frage bleibt offen. Letztlich nur die letzte – ob es die beiden so ungleichen Wesen schaffen werden, noch einmal (und nach so vielen Jahren Streit) zueinander zu finden: für das Endstadium von Papas Leben. Sie hätten (und das ist die einzige echte Überraschung im toughen Text!) ein „gemeinsames Projekt“ … Papa hat ein innovatives Bewässerungssystem entworfen für wasserarme Zeiten; er bräuchte jemand mit der Energie der Tochter, um es zu realisieren. Aber er zerreisst die Pläne – und sie sammelt die Fetzen und Schnipsel ein. Sie könnte die Pläne rekonstruieren. Wird sie?…“
Michael Laages; Kritiker für DL-Radio, Deutsche Bühne, nachtkritik
„Ein Stück, wie aus dem Leben gegriffen und das einem noch lange nachgeht: BLIND am St. Pauli Theater ist ein packendes Kammerspiel über einen Vater-Tochter-Konflikt, inklusive Gesellschaftskritik.
Gustav Peter Wöhler spielt Richard, den Vater, mit wohltuender Zurückhaltung als einen völlig unverständigen Ignoranten, dessen festgelegtes Weltbild erst zu reißen beginnt, als er die bittere Wahrheit über den Hochzeitstag seiner Tochter erfährt. Mit Nadja Petri als Tochter Helen hat Wöhler eine starke Partnerin an seiner Seite, die in ihrer Genervtheit und Zerrissenheit über den kaum zu verhehlenden Rassismus ihres Vaters absolut glaubwürdig ist.
Das beeindruckende Bühnenbild von Raimund Bauer rahmt den Konflikt als „closed room“, in dem die verhärteten Haltungen keinen Ausweg finden. Regisseur Ulrich Waller kann hier voll auf die Kraft der leisen, unspektakulären Töne vertrauen. Auf Blicke und Pausen, die deutlich machen, wie tief die Kluft zwischen Vater und Tochter ist.“
Kulturport
Ein Gespräch mit Autorin Lot Vekemans über «Blind».
Mit BLIND haben Sie wieder ein Stück vorgelegt, das elementare Fragen des menschlichen Miteinanders verhandelt. Könnte man sagen, das ist Ihr Lebensthema?
Ich interessiere mich stets für die Frage, wie wir uns zueinander verhalten und wie wir mit den großen Emotionen umgehen, die uns begegnen, wenn wir miteinander oder mit dem Leben in Konflikt geraten. «Blind» handelt für mich im Kern von der Frage, wie man zusammenleben soll, wenn man weit voneinander entfernt ist. Versucht man sich anzunähern, zu verstehen oder geht man sich so weit wie möglich aus dem Weg? Wie neugierig sind wir aufeinander? Ist man in der Lage, sich über die eigenen Überzeugungen hinwegzusetzen? Oder schließt man sich in seiner eigenen Blase ein, wo es sich angenehm leben lässt? Natürlich geht es dabei eigentlich um Angst. Wir wollen uns sicher fühlen und verwechseln Sicherheit mit «Bewachtsein». Doch was macht der ganze Schutz, mit dem wir uns umgeben: Schließt er etwas Unerwünschtes aus oder schließt man sich eigentlich selbst ein? Das ist eine Frage, mit der ich mich schon länger beschäftige. In «Blind» prallen zwei Weltbilder aufeinander. Zwei Welten, die sich nicht annähern wollen, es jedoch an einem bestimmten Punkt müssen. Was passiert, wenn man sich gegenseitig nicht mehr ausweichen kann, wenn alle tatsächlichen und bildlichen Zäune nicht mehr funktionieren?
Vater und Tochter blicken mit großem Unverständnis für die jeweilige Lebensführung aufeinander. Geht es Ihnen um den großen Konflikt zwischen den Generationen im Allgemeinen? Oder ist dieser Vater-Tochter-Konflikt vor allem als ein individueller zu lesen?
Ich glaube, viele Menschen erkennen darin auch einen Generationenkonflikt, in dem die Älteren vor allem einen Status Quo aufrechterhalten und die Jüngeren die Welt verändern wollen. Es ist unmissverständlich auch ein Vater-Tochter-Stück, in dem man einem Kind begegnet, das um die Anerkennung des Elternteils kämpft. Gleichzeitig ist der Elternteil inzwischen der verletzlichere und auf Hilfe angewiesen. Während des Schreibens habe ich mich gefragt, wie lange man als Eltern für das Wohlergehen seines Kindes verantwortlich bleibt. Und ob man als Kind an einem bestimmten Punkt verantwortlich für das Wohlergehen der Eltern ist. Ich denke, diese Fragen werden Kinder mit inzwischen betagten Eltern verstehen.
Das Stück lässt sich auch lesen als eines, das genauso in einer nahen Zukunft in Europa spielen kann, wenn sich «Gated Communities» für wohlhabende Menschen in unseren Städten weiterverbreiten und man sich vor Überfällen durch private Securityfirmen schützen muss – oder sind wir «blind» und es ist ein Stück über das heutige Europa? Hat uns die Zukunft bereits eingeholt?
Wir leben in Europa ja bereits längere Zeit mit der Angst vor dem fremden Anderen, das wir mit aller Kraft draußen zu halten versuchen. Wir schließen zweifelhafte Verträge, um unsere Grenzen zu bewachen, alles in dem verzweifelten Versuch, unsere privilegierte europäische Existenz zu erhalten. Wir leben in einer abgeschotteten Welt, die sich nur zu ihren eigenen Bedingungen verändern will. Aber Veränderung lässt sich nicht vorschreiben. Veränderung kann man nicht über bekannte, ausgetretene Pfade lenken. Veränderung findet statt, sie kümmert sich nicht um Grenzen, die wir krampfhaft zu bewachen versuchen. In diesem Sinne spielt «Blind» auch schon bei uns. Es würde mich nicht wundern, wenn in zehn oder fünfzehn Jahren auch in Westeuropa überall «Gated Communities» entstünden. Ich spüre diese Angst auch in mir und gleichzeitig spüre ich die dringende Notwendigkeit, mich zu öffnen. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der die Neugierde auf das Gegenüber größer ist als die Angst voreinander.
In Ihren Werken, Theaterstücke wie Ihre Romane, gibt es am Ende immer ein kleines Licht, das Hoffnung auf eine bessere Zukunft verspricht, auf Verständigung. Brauchen wir Hoffnung, um das Leben ertragen zu können?
Ich glaube, wir brauchen Perspektiven, die Ausgänge zeigen. Das ist für mich etwas Anderes als Hoffnung. In meiner Arbeit versuche ich immer, einen solchen Ausgang zu zeigen, den Ausgangspunkt einer anderen Wirklichkeit, die einlädt, einen anderen Weg einzuschlagen. Ich überlasse die Verantwortung für eine solche Entscheidung immer meinen Figuren. Es liegt an ihnen, ob sie sich verändern wollen oder können. Ich gebe ihnen die Möglichkeit, mehr nicht. Das Ende in meinen Stücken ist immer offen.
Auszüge aus einem Gespräch von Lot Vekemans mit dem Residenztheater München
Grundlos gute Laune
Grundlos gute Laune
Der Kabarett-Podcast LIVE
Tobias Mann und Philip Simon haben GRUNDLOS GUTE LAUNE! Die beiden Kabarettisten sind seit vielen Jahren befreundet und quatschen eh ständig über Gott und die Welt. Warum also nicht Gott und die Welt dabei zuhören lassen!?!
Die beiden satirischen Trüffelschweine gehen mit Ihrem Kabarett-Podcast auf Tour! Wie gewohnt wühlen sie sich kabarettistisch scharf und komödiantisch pointiert durch aktuelle und klassische Zitate aus Politik und Gesellschaft – dieses Mal sogar vor Publikum. Die Show wird selbstredend für die Nachwelt aufgezeichnet und in die digitale Welt gepuscht.
Termin
22. September 2026
Beginn: 19.30 Uhr
Preis
35 € auf allen Plätzen
Dauer
Info folgt!
Ildikó von Kürthy
Ildikó von Kürthy
ALT GENUG
Wacker welken, fröhlich reifen.
Gespräch, Gesang, Lesung, Showtime!
Ildikó von Kürthy über das Älterwerden, die Jahre des Wechsels und des Abschiednehmens.
Ein Abend für Frauen im allerbesten Alter und für mitbetroffene Männer.
Die Show für Freundinnen, die sich gegenseitig Mut machen und dabei Tränen lachen.
Mit einem Gast und bestimmt einigen anderen Überraschungen.
Termin
18. Mai 2026
Beginn: 19.30 Uhr
Preise
30 € und 40 €
Dauer
ca. 2 Stunde, inkl. Pause
Gustav Peter Wöhler Band
Gustav Peter Wöhler Band
Live in concert
Seit fünfundzwanzig Jahren schon stehen der Sänger und Schauspieler Gustav Peter Wöhler und seine Band gemeinsam auf der Bühne. Dem heutigen „zweiten Standbein“ des Schauspielers geht eine lebenslange Leidenschaft voraus: Bereits als Kind liebte es Gustav Peter Wöhler, im Gasthaus der Eltern bei
Herford die Gäste zur Jukebox zu unterhalten, später folgten Auftritte aus reiner Leidenschaft in der Kantine des Hamburger Schauspielhauses. In ihrer heutigen Besetzung besteht die Gustav Peter Wöhler Band seit 2008; neben Frontmann Gustav Peter Wöhler spielen Bassist Olaf Casimir, Gitarrist Mirko Michalzik und Kai Fischer an Flügel und Keyboards. Mit sehr eigenen Arrangements von Klassikern und Entdeckungen aus Pop und Rock hat sich der einstige Hamburger Geheimtipp kontinuierlich eine landesweite Bekanntheit erspielt, das ehrliche, leidenschaftliche Musizieren des Quartetts begeistert allerorten.
Auf dem Programm des Quartetts findet sich eine immer wieder wechselnde Kollektion persönlicher Lieblings-Songs. In bewährter Weise schlägt das Programm Brücken zwischen Stars und One-Hit-Wonders, Klassikern und persönlichen Entdeckungen. Das Spektrum reicht dabei von George Harrison über Paul Simon und Randy Newman bis zu Rio Reiser und June Carter. Umrahmt werden die Titel von sehr persönlichen Geschichten Gustav Peter Wöhlers – das Publikum dankt es mit Standing Ovations!
Termine
8. und 9. Juni 2026
Beginn: jew. 19.30 Uhr
Preise
22 € – 59 €
Dauer
Info folgt!
Alfons
Alfons
Klasse!
Alfons kam, sah – und verknallte sich sofort: Vor über drei Jahrzehnten verliebten sich Alfons und Deutschland ineinander. Und nun? Was ist geworden aus der Liebes-Heirat? Brennt sie noch, die Leidenschaft? Oder sitzen Alfons und Deutschland nur noch zusammen vorm „Tatort“, in Unterwäsche auf dem Sofa, und keiner redet mehr mit dem anderen? Und überhaupt: Wie geht es Deutschland? Wie geht es den Deutschen und Deutschinnen? Was ist los mit dem Miteinander im Land der Dichter und Rentner? Zwischen ost und west, arm und reich, zwischen jung und nicht mehr ganz so jung? Ist unsere Demokratie kaputt? Und wenn ja, ist es ein Garantiefall oder müssen wir für die Reparatur am Ende selbst bezahlen? Alfons macht sich Sorgen um seine große Liebe: Deutschland. Und er begibt sich auf die Suche nach Antworten. Eine Erkenntnis kommt dabei schnell: Die Zeit der Pantoffeldemokratie ist vorbei! Jeder von uns muss etwas tun – nur was?
Auch in seinem mittlerweile achten Programm gelingt es dem Kultreporter und Puschel-Philosophen auf unnachahmliche Art, große Themen in kleine Anekdoten zu verpacken, warmherzig, witzig und wunderbar weitsichtig. „Klasse!“ ist ein Liebesbrief an Deutschland – und ein Weckruf gleichermaßen.
Falls Sie also schon immer mal wissen wollten, was Rechtsstaat und Raststättentoilette miteinander zu tun haben, wie man von Asterix für Tarifverhandlungen in Deutschland lernen kann oder was Alfons als überforderter Aushilfslehrer in einer deutschen Problemklasse erlebt, dann sind Sie hier richtig. Und wenn Sie einfach mal wieder einen Abend brauchen, der Ihnen das Vertrauen in die Menschheit wiedergibt, dann sind Sie hier sogar noch richtiger.
Termine
21. September 2026
Beginn: jew. 19.30 Uhr
Preise
17,90 € – 37,90 €
Dauer
ca. 160 Minuten, inkl. Pause
Bayerischer Kabarettpreises 2019 (Hauptpreis)
Deutscher Kleinkunstpreis 2020
Deutsch Französischer Freundschaftspreis der HomBuch 2021
Bundesverdienstkreuz 2021
Annett Louisan
Annett Louisan
Sehnsucht – Live 2026
Annett Louisan ist die Stimme des deutschsprachigen Chansons – sie hat dieses Genre maßgeblich geprägt und ihm eine ganz eigene unverwechselbare Note gegeben. Seit ihrem Debüt im Jahr 2004 hat die Ausnahmekünstlerin sich als eine der einflussreichsten und erfolgreichsten Größen in der deutschen Musikszene etabliert. Bis heute hat sie weit mehr als 1,5 Millionen Tonträger verkauft, zahlreiche Musikpreise gewonnen und unzählige Menschen mit ihren Auftritten verzaubert. Die Tournee, mit der sie ab Herbst 2026 durch Deutschland, Österreich und die Schweiz reisen wird, heißt „Sehnsucht“.
Nach ihrer sehr erfolgreichen „Bohème“-Tour, mit der Annett Louisan fast zwei Jahre live unterwegs war, wird die Künstlerin für ihre neue Tour mit einem gänzlich neuen Bühnenprogramm auftreten. Fans der charismatischen Künstlerin dürfen sich auf neue Songs, aber natürlich auch die altbekannten Hits, freuen. „Wonach wir uns wirklich sehnen – das wissen wir manchmal selbst nicht,“ sinniert die in Hamburg lebende Chanson- und Popsängerin.
„Sehnsucht ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine ganze Palette von Gefühlen, Wünschen und Träumen, die sich mit unseren Erinnerungen vermischen. Egal, wo ich bin – ob in Paris, New York oder Osnabrück – wenn das Licht im Saal ausgeht und die Scheinwerfer auf der Bühne erstrahlen, dann bin ich an meinem ganz persönlichen Sehnsuchtsort – und dorthin möchte ich die Menschen mitnehmen.“
Seit jeher meistert Louisan mühelos den Spagat zwischen Chanson und Pop. Sie versteht es meisterhaft, pointierte Sprache, emotionale Tiefe und musikalische Eleganz höchst wirkungsvoll miteinander zu verbinden. Vor allem live entfalten ihre verspielten und doch tiefgründigen Texte – getragen von leichten und fröhlichen bis hin zu melancholisch und leidenschaftlichen Melodien – einen unwiderstehlichen Charme.
Dass Annett Louisan das Unkonventionelle liebt – und die Eigenartigkeit als etwas Kostbares begreift –, hat sie mit ihrer Musik immer wieder unter Beweis gestellt. Ihre seit über zwei Jahrzehnte andauernde Karriere zeugt nicht nur von großem Erfolg, sondern auch von künstlerischer Haltung. In ihren poetisch wie lyrisch anspruchsvollen Songs vereint sie feinen Humor, eine subtile Sinnlichkeit und entwaffnende Ehrlichkeit. Gerade live entsteht so eine ganz besondere Nähe zum Publikum: Annett Louisans Stimme ist so wandelbar, wie unverkennbar – und zieht das Publikum mit einem Augenzwinkern und viel Gefühl in ihren Bann.
Termine
4. bis 7. November 2026
Beginn: 19.30 Uhr
Preise
49,90 € bis 89,90 €, zzgl. Gebühren
Dauer
Info folgt
DamenLikörChor
DamenLikörChor
Weiter geht´s
Im letzten Programm feierten die Damen feuchtfröhlich ihr 25-jähriges Jubiläum. In den nächsten 100 Jahren ist da kein Ende in Sicht!
Also – Weiter geht’s
Allein schon der Anfang. Die Damen stürmen auf die Bühne, ein unübersichtliches Chaos mit überbordendem Spaß und ansteckend guter Laune. Die Erfahrung lehrt: Sobald das erste Lied verklungen ist, beben Bühne und Saal um die Wette.
Und singen können sie sowieso! Mal überraschend zart wie die Engel, dann unerwartet dreckig und trotzdem lassen sie dabei herzöffnende Zauberakkorde klingen. Dazu halten vielfältige ausdrucksstarke Solostimmen Zwiesprache mit dem ganzen Chor.
Der Damenlikörchor nimmt sein Publikum mit durch einen Abend voller Sang und Klang, Heiterkeit und Drama. Die krisenerprobten Damen haben zu allen Themen nah an der Frau was zu sagen. Zu den weltbewegenden und den alltäglichen, zu den großen und zu den kleinen, die immer größer werden, wenn man nur genau hinschaut.
Es wird auch getanzt! Talent ist reichlich vorhanden, sämtliche Choreografien sind selbstverständlich perfekt synchron, nur eben manchmal, nach Art der Damen, nicht zum selben Zeitpunkt.
In stimmiger Farbvielfalt haben sich die Hamburgerinnen aller Altersklassen und Konfektionsgrößen dabei natürlich mächtig in Schale geschmissen. Kleider, Frisuren und Dekolletees der Sängerinnen machen den Ton zur Musik – überraschende Kostümwechsel nicht ausgeschlossen. Sie zeigen dem Publikum und dem Rest der Welt, wie es klingt, wenn mit Frauenpower, bezwingender Erotik und entschlossenen Schritten das Leben, die Liebe und das Glück gefeiert wird.
Das alles wird fein gestaltet, arrangiert und dirigiert vom Damendompteur Mathias Weibrich. Pianeur Jörg Hochapfel übernimmt die virtuose Begleitung. Zwei Kerle mit Rhythmus und Smoking – heißer geht es kaum. Und wenn Sie nach dem Konzert nach Hause gehen, sind Sie leicht am breiten Lächeln zu erkennen.
Stößchen!
Unser Theatersaal ist vollklimatisiert!
Kreativteam
Chorleitung: Mathias Weibrich
Am Klavier: Jörg Hochapfel
Termin
19. September 2026, 19.30 Uhr
20. September 2026, 18 Uhr
Preise
21,10 € – 37,60 €
Schüler/innen, Studierende und Auszubildende: 50 % des Kartennettopreises an der Ticket-Hotline
Das letzte Band
Das letzte Band
von Samuel Beckett
Deutsch von Erika und Elmar Tophoven
Fast alle großen Schauspieler haben sich auf dem Zenit ihrer Karriere an diesen Text gewagt: unvergessen Fritz Kortner und Ulrich Wildgruber. Und in Hamburg zuletzt bei uns: Otto Sander vor fast 20 Jahren. Jetzt wagt sich Christian Redl an Becketts „Krapp“. Ein verlorener, erschöpfter und gescheiterter Schriftsteller begegnet seinem 39-jährigen Ich in alten, tagebuchartigen Aufnahmen und lauscht ungläubig seinem früheren Leben. Und hier begegnet er auch noch einmal seiner großen Liebe, dem Wendepunkt in seiner Vita. Becketts Klassiker ist voller autobiografischer Anspielungen, die der spätere Nobelpreisträger kunstvoll verrätselte.
Christian Redl hat diesen Abend gemeinsam mit Jim Rakete erarbeitet, einem der bedeutendsten zeitgenössischen Fotografen und Dokumentarfilmer, mit dem er eine neue Sicht auf Becketts großen Desillusionierten entwickeln möchte.
Mit Christian Redl
Regie und Ausstattung: Jim Rakete
Mit freundlicher Unterstützung von Annegret und Claus G. Budelmann
Premiere
12. Februar 2026
Dauer
ca. 50 Minuten, keine Pause
Pressestimmen:
„Als Promi-Fotograf eine Legende, als Regisseur ein blutiger Anfänger: Jim Rakete bringt am Hamburger St. Pauli Theater seine erste Inszenierung auf die Bühne – und lässt dabei nicht nur einen großen Schauspieler glänzen, sondern wagt sich auch an eine Bedeutungsverschiebung in Samuel Becketts Text.“
nachtkritik
„Das Beckett-Tonband ist bei Jim Rakete – klar, der ist ein Mann der Optik – eine Videoband, auf der das jüngere Krapp-Ich dann schwarz geöltes Haar trägt und von vergangener Liebe erzählt.“
Hamburger Abendblatt
„Zwischen Komik und Verzweiflung jongliert Christian Redl grandios in dieser Paraderolle des gescheiterten Schriftstellers.“
NDR-Hamburg-Journal













































