Sophia oder Das Ende der Humanisten
von Moritz Rinke
Er ist der erfolgreichste deutsche Gegenwartsautor und seine neue, eben erst in Berlin und Wien mit großem Erfolg aufgeführte Komödie behandelt kein kleineres Thema als die uns alle bedrohende KI. Mit einer Starbesetzung kommt das Stück in Hamburg auf die Bühne.
Wolfgang Bergmann, Professor für Alte Geschichte (gespielt von Herbert Knaup), begreift sich als Hüter des Abendlandes. Von seiner Universität wurde er jedoch vorzeitig in den Ruhestand geschickt, und obendrein hat ihn seine Frau wegen seiner „Rückständigkeit“ verlassen. Also macht sich Wolfgang nun trotzig daran, der Zukunft voraus zu sein: Mit Sophia (mit der Rolle kehrt Ex-Thalia-Star Judith Rosmair nach Hamburg zurück) hat er sich eine Androidin angeschafft, eine KI in makellos schöner Menschengestalt, endlich die perfekte Frau, die ihn umsorgt und intellektuell fordert. Seine Tochter Helena, eine Psychologin, die Wolfgang zu seinem 60. Geburtstag besucht, ist entsetzt: Lebt ihr Vater jetzt etwa mit einem Sexroboter zusammen? Helenas Freund, der Informatiker Jonas, ist von Sophia fasziniert. Aber dann ändert er ihre Systemeinstellungen, und plötzlich beginnt Sophia, sich selbst zu programmieren, gerät außer Kontrolle und bedroht die Existenz ihrer Schöpfer. Und so verhandelt Moritz Rinke die Logik der „Intelligenzexplosion“, wie sie der Mathematiker Irving John Good voraussagte: Wird die erste ultraintelligente Maschine die letzte Erfindung des Menschen sein? Können Maschinen am Ende gar die besseren Menschen werden? Sophia oder Das Ende der Humanisten ist weniger eine Kritik an technischer Innovation als an unserem unbedachten Umgang mit ihr, an menschlicher (männlicher?) Hybris und unserem selbstverschuldeten Unglück, das bei Rinke immer auch ins Komische kippt.
Herbert Knaup („Die Kanzlei), der zuletzt in Florian Zellers „Der Sohn“ auf St. Pauli zu sehen war, im Zentrum, Judith Rosmair als Titelfigur „Sophia“ und Sinja Dieks (ebenfalls zuletzt in „Der Sohn“ zu sehen) als Tochter des Professors und Holger Dexne („Das perfekte Geheimnis“ und „Carmen von St. Pauli“) als völlig überforderter Freund und IT-Spezialist.
Mit: Holger Dexne, Sinja Dieks, Herbert Knaup, Judith Rosmair
Regie: Ulrich Waller | Bühne: Raimund Bauer | Kostüme: Ilse Welter
Termine
Voraufführung: 19. November 2026
Premiere: 20. November 2026
Weitere Termine: 21. November bis 29. November 2026 sowie 23. bis 30. Januar 2027
Beginn: So., 22.11.2026 und So., 24.01.2027 jew. um 18.00 Uhr
Beginn: Sa., 28.11. und So., 29.11.2026 jew. um 20.00 Uhr
Beginn: Alle weiteren Termine jew. 19:30 Uhr.
Preise
Voraufführung: 39,90 € auf allen Plätzen
Sonntag bis Donnerstag: 17,90 € bis 54,90 €
Freitag und Samstag: 19,90 € bis 59,90 €
Dauer
Info folgt
Pressestimmen zur deutschen Erstaufführung am Renaissance Theater Berlin:
„Rinkes „Sophia“ ist ein starkes Stück. Klug und saukomisch zugleich. Es geht um überkommene Rollen- und Frauenbilder, hauptsächlich um männergemachte.Es ist ein großer Spaß, aber eben nicht nur ein Spaß, sondern ein Stück, das auf einer zweiten Ebene auch ganz viel über uns Menschen erzählt, die lieber Künstliche Intelligenzen nutzen und ihre eigenen darüber verkümmern lassen.“ BERLINER MORGENPOST
„Was für ein kluger, kluger Text ist das, den Moritz Rinke da geschrieben hat. „Sophia oder das Ende der Humanisten“ führt auf heitere Weise die Gefahren einer entfesselten KI-Technologie vor. Der Geist ist aus der Flasche, und den kann man nicht mehr einfangen. Das Publikum kommt aus dem Zuhören, Staunen, Lachen nicht heraus. Selten haben Lachtränen so die Hirntätigkeit angeregt.“ BZ




