WIR TRAUERN UMERIC LEE JOHNSON

(1959-2020)

Nachruf

Sein Andrè Kofi war der ideale Gegenspieler von Monsieur Claude. Unvergesslich, wie Eric Lee Johnson und Michael Prelle am Fluß sitzen und bei einem gemeinsamen Picknick, den schwarz-weißen Rassismus in beide Richtungen versuchen auszuräumen und anschließend schon sehr erheitert die Garderobe tauschen.
Und wenn Johnson dann genüßlich einen Schaumkuss mit der alten inzwischen verpönten Bezeichnung „Negerkuß“ betitelte und das Corpus Delicti anschließend verspeiste, gab es jedesmal im Publikum kein Halten mehr.

Jetzt ist Eric Lee Johnson ganz überraschend mit 61 Jahren in seiner Wahlheimat Berlin gestorben.

Mit 19 Jahren kam der gebürtiger US-Amerikaner aus Washington nach Europa. Seine Mutter war schon Musical-Sängerin am Broadway. Der Sohn ging denselben Weg und begann in der Schweiz seine Karriere. 1984 holt ihn der Chef des Theaters des Westens Baumann nach Berlin. 1994 ist Johnson Titeldarsteller von „Miss Saigon“ in Stuttgart.

Dann verabschiedete er sich von der Bühne für 12 Jahre, um dann doch wieder nach Europa als Sänger zurückzukehren. Parallel engagiert er sich in der AIDS-Hilfe. Beim CSD-Day 2015 singt er vor fünfhunderttausend Menschen. Von zwei Schlaganfällen im Herbst konnte er sich nicht mehr erholen.

Bei der Fortsetzung mit dem Stück Monsieur Claude II im Herbst 2021 wird er jetzt leider nicht mehr dabei sein.

Wir werden sein Lachen und seinen positiven Geist in diesen schwierigen Zeiten sehr vermissen.

Ulrich Waller

Foto: Hanna Glück/St. Pauli Theater