Wir trauern um Michael Bogdanov

15. Dezember 1938 – 16. April 2017

Der englische Regisseur Michael Bogdanov, der von 1989-1991 das Deutsche Schauspielhaus geleitet hat, ist am Ostersonntag völlig überraschend auf einer griechischen Insel gestorben.
Michael Bogdanov tauchte Ende der 80er Jahre mit seinem Shakespeare-Zyklus "Die Rosenkriege", für den er mit dem Schauspieler Michael Pennington extra die English Shakespeare Company gegründet hatte, spektakulär in Deutschland auf.
Die radikale Verbindung von Shakespeare-Texten mit der Gegenwart in Kostümen, Ausstattung und auch in der Spielweise, gab dem Autor noch einmal eine ungeheure Kraft.
Das hatte es so konsequent bis dahin in Deutschland nicht gegeben. Folgerichtig war er auch der ideale Regisseur für die deutschsprachige Erstaufführung von "The King's Speech" im St. Pauli Theater mit Marcus Bluhm und Boris Aljinovic in den Hauptrollen.
Für den Spätherbst diesen Jahres hatten sich Bogdanov und Ulrich Tukur, der u.a. sein Hamlet am Schauspielhaus, wie später auch sein Macbeth und sein Peer Gynt in München war, verabredet, noch einmal zusammenzuarbeiten. Am 1. Dezember sollte bei uns im Theater die Premiere für "What the butler saw" von Joe Orton sein. Dazu wird es leider nicht mehr kommen. Wie gerne hätte man nochmal eine Arbeit der beiden zusammen gesehen.
Ein kleiner Trost könnten die Umstände seines Todes sein: Im Kreise von Freunden mit einem Glas Rotwein in der Hand.
Farewell Michael.

Ulrich Waller

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