Hagen Rether

Liebe

Die Welt wird täglich ungerechter, das Geflecht aus politischen und wirtschaftli¬chen Abhängigkeiten immer dichter: Vor diesem Hintergrund lässt Hagen Rether Strippenzieher, Strohmänner und Sündenböcke aufziehen. Den so genannten gesellschaftlichen Konsens stellt er vom Kopf auf die Füße und die System¬fragen gleich im Paket: Von der Religions„freiheit“ über das Wirtschafts- wachstum bis zur staatlichen „Lizenz zum Töten“ kommt alles auf den Tisch. Doch die Verantwortung tragen nicht „die Mächtigen“ allein – wir, ihre mehr oder weniger willigen Kollaborateure, müssen uns wohl am eigenen Schopf aus unserer Komfortzone ziehen, um nicht in den Abgrund zu stürzen, den wir gemeinsam geschaufelt haben.

Der wahrhaft unbequeme Kabarettist entlarvt so manchen Volkszorn samt seiner auf „Die da oben“ zielenden Empörungsrhetorik als Untertanentum – den Unwillen, unsere eigenen, fatalen Gewohnheiten zu überwinden. Kabarett verändert nichts? Rethers ebenso komisches wie schmerzhaftes, bis zu dreieinhalbstündiges Programm infiziert das Publikum mit gleich zwei gefährlichen Viren: der Unzufrieden¬heit mit einfachen Erklärungen und der Erkenntnis, dass wir alle die Kraft zur Veränderung haben.

LIEBE, so der seit Jahren konstante Titel des ständig mutierenden Programms, kommt darin nicht vor, zumindest nicht in Form von Herzen, die zueinander finden – und romantisch kommt allenfalls einmal die Musik des vielseitigen Pianisten daher. Was aber in seinem fulminanten Plädoyer für das Mitgefühl sichtbar wird, ist die Menschenliebe eines Kabarettisten, der an Aufklärung und an die Möglichkeit zur Umkehr noch am Abgrund glaubt.

Süddeutsche Zeitung: "Sprachlich so geschliffen und knallhart wie kein anderer wehrt sich da ein von der Welt enttäuschter Intellektueller, betreibt eine verletzte Seele Aufklärung in ihrer furiosesten Form, mit allem, was das Arsenal an Ironie, Sarkasmus und Zynismus hergibt. Nach wie vor einzigartig."
 
Dauer der Vorstellung ca. zwei Stunden und 30 Minuten, zzgl. 20 Minuten Pause

 

Spielzeiten:

08. Mai bis 09. Mai
Beginn: 19:30 Uhr

Foto: Hubert Lankes

Bitte beachten Sie, dass aus technischen Gründen nicht alle tatsächlich buchbaren Plätze im Online-Saalplan abgebildet werden können.

Auch wenn online keine Plätze mehr verfügbar sind, können Sie Restkarten telefonisch bei unserer Tickethotline reservieren.

Alle Ermäßigungen erhalten Sie ausschließlich an unserer Tickethotline oder an der Tageskasse. Rollstuhlfahrer buchen bitte ausschließlich direkt an der Kasse oder über unsere Tickethotline

040/4711 0 666

(Mo-Sa 10-19 Uhr, So 14-19 Uhr).

© 2012 St. Pauli Theater Produktionsgesellschaft mbH  |  Kontakt  |  Impressum